P. Whips

tanz den cybersoul!

17.04.1995, 10:17, Text: Autor unbekannt

Die P.WHIPS aus Düsseldorf meinen es jedoch ernst: \"Als das Album fertig war, haben wir uns halt Gedanken gemacht, wie man unsere Musik nennen könnte. Wenn du heutzutage versuchst, zeitgemäße Populärmusik zu machen, dann kommst du ohne eine gewisse technische Unterstützung nicht mehr aus. Samples und andere computergestützte Sounds gehören eben dazu und verschmelzen irgendwo mit der handgemachten Musik. Deshalb kamen wir auf das Bild vom Cyberspace mit Seele, Cybersoul.\" Musikalisch gesehen hört sich das Debüt der P.WHIPS dementsprechend an wie eine Synthese aus STEREO MCs und einer guten Portion Crossover aus allen möglichen Stilarten, Song für Song auf einem fetten Groove basierend.


Kurz: P.WHIPS haben tatsächlich etwas Neues erfunden. \"So neu ist das eigentlich gar nicht, zumindest nicht für uns. Die Songs sind allesamt älter und haben sich im Laufe der letzten zwei Jahre angesammelt, während wir diverse kleine Touren supported haben (z.B. DEFUNKT, GEORGE CLINTON, FRESH FAMILEE). Irgendwann war dann klar, daß wir ein Album daraus machen würden.\" Ein Album, das prompt positive Resonanzen im Kritikerlager auslöste, als es vor wenigen Wochen beim Mini-Label \"Triggerfish\" veröffentlicht wurde; eine Tatsache, die das Quartett, bestehend aus Keith Strand, Martin Gasper, Mathias Milles und Frank Schwinklewski, aber eher kalt läßt. \"Ich glaube, wir sind mittlerweile alle lange genug im Geschäft, um abwarten zu können. Klar ist die Aussicht auf einen Plattenvertrag mit einer Major-Company irgendwo verlockend\", erklärt Sänger Keith, \"aber selbst dann ist es heutzutage noch schwer genug, mit Musik sein Leben zu finanzieren. Deshalb begnügen wir uns mit kleinen Schritten und warten erstmal die Tour ab, bevor wir weitere Pläne machen.\"
Bodenständiges also von einer Band, die von einigen Trendspezialisten bereits als \"next big thing\" betrachtet wird, obwohl es sich bei \"Cybersoul\" um eine Low-Budget-Produktion handelt, die als reine Acht-Spur-Aufnahme lediglich remixed wurde, was für das Genre äußerst ungewöhnlich erscheint. Doch ist es gerade diese Ungewöhnlichkeit, die das Album immer wieder vor den Vergleichen mit anderen, international etablierten Acts schützt. Und nur durch Eigenständigkeit, das wissen wir, ebnet man sich den Weg zum Erfolg - \"cyber\" hin oder her\".
Wer die P.WHIPS (das P. stand ursprünglich für \"Pussy\") wirklich virtuell genießen möchte, für den wird es demnächst eine interaktive Datei im Internet mit Hörproben und Statements der Band geben. All denen, die sich das Ganze dann doch lieber auf die konventionelle Art zu Gemüte führen wollen, sei vielleicht eher eines der Konzerte empfohlen, mit denen die Band sich in den nächsten Wochen profilieren will.



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aus Intro #24 (Mai 1995)
 
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