The Tab Two

da is'n flagman ahead

20.03.1995, 12:42, Text: Autor unbekannt

\"Ach komm, das ist doch eindeutig - ich mein', wenn DAS nicht aus den USA ist, also ...\" Bevor man irgendeine Wette eingeht, woher TAB TWO stammen, sollte man lieber diesen Artikel lesen ... Zugegeben, als ich zum ersten Mal das neue Album \"Flagman Ahead\" durch meinen Körper strömen lieá, war ich felsenfest davon überzeugt, es mit einer neuen, wahnsinnig guten und unwahrscheinlich coolen Acid-Jazz-Band aus der näheren Los Angeles-Gegend zu tun zu haben. Diese Trompete kann nur jemand spielen, der sein ganzes Leben nichts anderes getan hat, als sich jeden Tag Miles und Charlie (DAVIES & PARKER) in gefährlichen 18 Stunden-Dosen in die Ohren zu schütten.

Völlig falsch. Bei TAB TWO handelt es sich um eine nicht mehr ganz so neue, wahnsinnig gute und unglaubliche coole Acid-Jazz-Band aus - dramatische Gedankenpause - Ulm.
TAB TWO besteht aus exakt zwei Leuten, keinen Unbekannten in der deutschen Musik-Szene. Die ersten Sporen verdienten sich Joo Kraus und Helmut Hattler bei KRAAN als Gast-Back- und Frontmusiker. Ihre Liebe zum Jazz war jedoch nicht zu unterdrücken. So fanden sie sich vor acht Jahren zusammen, Joo der Trompeter und Helmut der Bassist. Die anfänglichen Schwierigkeiten, die sich aus der Konstellation Bass/Trompete ergaben, konnten im Laufe der Jahre dank Sampler, Sequenzer und diverser anderer kleiner, aber unerläßlicher elektronischer Helfer ausgebügelt werden.
Live treten die beiden auch alleine auf, mit einer Menge blinkendem Zeug im Rücken. Joo rapt und spielt neben der Trompete auch noch ein kleines unscheinbares Gerät, das wie ein Hammer zum Aufblasen aussieht und sich EVI nennt. Dabei handelt es sich um eine Art elektronische Trompete, die ohne große Schwierigkeiten diverse Sounds generieren kann und in den 80ern mal auf dem Markt war, um bald darauf wieder zu verschwinden, mangels Nachfrage. So spielten sich TAB TWO ein paar Jahre durch die Musik-Szene, ohne entdeckt zu werden. Erst als Anfang der 90er Acid-Jazz eine kommerzielle Bedeutung bekam, und auch Deutsche sich mit dem schnellen Sprechgesang anfreunden konnten, ging es für die Band bergauf, ohne allerdings (zunächst) monetäre Früchte zu tragen. Das soll nun anders werden. Mit Recht.



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aus Intro #23 (April 1995)
 
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