Sorry About Your Daughter

anders als fugazi ...

11.03.1995, 11:59, Text: Autor unbekannt



... ist nicht vieles, was aus Washington D.C. kommt, SORRY ABOUT YOUR DAUGHTER (SAYD) jedoch schon. Auf ungewöhnlichen Pfaden legten die vier gelangweilten Suburb-Kids die Grundsteine für ihre Karriere als Underground-Act. \"Außer Skateboard-Fahren und Musikmachen war nicht viel los in der provinziellen Einöde, also gründete man eine Band und hoffte das Beste\", erklärt Sänger Glenn Hall, der mit seinem kurzgeschorenen Kopf ein bißchen wie Rollins ausssieht. Das Beste offenbarte sich zunächst in einem Deal über fünf Songs auf dem \"America Now\"-Sampler, den \"Marlboro Music\" im letzten Jahr veröffentlichte (siehe INTRO 18/Oktober). Zwei Westküsten- und zwei Ostküstenbands durften darauf hinweisen, daß es sie gibt.
SAYD erhielten bis jetzt als einzige den Zuschlag, ein ganzes Album aufnehmen zu dürfen - was für eine Chance.

\"Aquarium Center\" heißt das Werk, und es findet sich das eine oder andere Zitat von FUGAZI oder MINOR THREAT. Doch statt blanker Kopiererei freien Lauf zu lassen, kochen SAYD ihr eigenes Süppchen aus Crossover-Elementen und knackigen Mainstream-Riffs - eine Mischung, die sehr wohl funktioniert und für ein eigenständiges Format sowohl im Alternative- als auch im Rock-Sektor ausreicht, zumal auf der Bühne gnadenlos die Sau rausgelassen wird. Glenn Hall: \"Ich stehe irgendwie ständig unter Strom. Wenn ich auf die Bühne gehe, ist das wie eine Therapie für mich.\" Eine Therapie, die hoffentlich nicht anschlägt, sonst müßte man auf eine Band verzichten, die es geschafft hat, ohne dazugehörigen Trend und ehrwürdiges Indie-Label auf die Beine zu kommen.



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aus Intro #23 (April 1995)
 
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