Extreme

no more than words!?

01.02.1995, 15:44, Text: Autor unbekannt

\"Vielleicht haben wir verpaßt, auf unserem letzten Album (\"III Sides To Every Story\") eindeutigere Akzente zu setzen. Aber als wir mit der neuen Platte anfingen, waren wir uns darüber im klaren, allen zu zeigen, wofür EXTREME eigentlich steht, und das ist Rock'n'Roll. Back to the roots, so here it is!\" erklärte mir Bassist Patrick Badger. Wer schon live das Vergnügen mit EXTREME hatte, kann das bestätigen, denn auf der Bühne sind sie eine der wenigen Bands, deren Performance das Attribut \"Rockshow\" verdient. Der stimmgewaltige Frontmann Gary Cherone explodiert förmlich, wenn er das musikalische Podium betritt, und seine drei Mitstreiter stehen ihm in ihren Möglichkeiten in nichts nach.

Der Zuschauer spürt regelrecht den Schweiß. Eine EXTREME-Show ist musikalisches Können gepaart mit purem Sex.
Die neuen Stücke verbindet so etwas wie ein imaginärer roter Faden. Nur mit \"Shadow Boxing\" und der Ballade(!) \"Uncoditionally\" gönnt sich die Band, als Reminiszenz an frühere Tage, eine kleine Auszeit, was das hervorragende Bild dieser Platte aber nur unwesentlich trüben kann. Abgespeckte Arrangements und eine klare Produktion sind neben dem Songwriting die Stärken des Albums. Dabei ist auffällig, daß auch die gesamtmusikalische Entwicklung der letzten Zeit nicht spurlos an \"Bettencourt & Co.\" vorbeigezogen ist.
\"Den ganzen Studioschnickschnack haben wir diesmal bewußt weggelassen. Wir wollten die Stücke so realitätsnah wie eben möglich rüberbringen. Daß auch eine Ballade dabei ist, mußt du so hinnehmen, diese mehr emotionale Seite gehört genauso zu uns\", rechtfertigt sich Pat. Ja ja, harte Männer - weicher Kern, aber die alten Fans will man ja nicht unbedingt verlieren. Sicher werden mit diesem Album auch einige neue hinzukommen. Ich zumindest war von Stücken wie \"No Respect\" und \"There Is No God\" schwer beeindruckt, vor allem aber davon, daß die Band nicht bereit ist, das ihr aufgepropfte Image widerstandslos hinzunehmen. Dieser Wechsel mußte kommen, damit die Band weiterhin im Gespräch bleibt und ihre Glaubwürdigkeit nicht verliert.
Einen Wechsel ganz anderer Art gab es während der Aufnahmen: \"Unser alter Schlagzeuger Paul war überhaupt nicht mehr bei der Sache. Er schien ständig mit seinen Gedanken irgendwo zu sein, nur nicht bei unserer Musik. Es war seine freie Entscheidung zu gehen.\" Der neue hinter der Schießbude hört auf den Namen Mike Mangini, war aber nicht an allen Aufnahmen beteiligt, da Paul auch noch einen Teil einspielte. Aber egal: EXTREME gut.



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aus Intro #22 (März 1995)
 
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