Bobby Sichran

weniger ist mehr

19.11.1994, 22:13, Text: Autor unbekannt

Mit beiden Synonymen wird die Musik von BOBBY SICHRAN, einem 25jährigen Solo-Künstler aus New York, bedacht. Da er sich, lediglich mit einem Drum-Computer, einem Sampler und einer Gitarre ausgestattet, durch sein Debüt-Album \"From A Sympathetical Hurricane\" nuschelt, bekommt man tatsächlich den Eindruck einer Aufnahme-Ästhetik direkt aus dem Schlafzimmer. Einen Vergleich mit dem Kritiker-Liebling des Frühjahrs, BECK, lehnt er aber ab: \"Ich kenne und mag BECK\", so SICHRAN selbst, \"aber ich glaube nicht, daß wir viel gemeinsam haben. Ich vertrete eine ganz andere Musikrichtung und stelle meinen Individualismus stärker in den Vordergrund.\"
SICHRAN zerpflügt auf seinem Album die Strukturen gleich mehrerer Stilrichtungen.

Rap, Funk, Rhythm & Blues, Reggae und Folk werden auf ihre Grundelemente reduziert und simplifiziert. \"In das Album ist all das eingeflossen, was mich persönlich an Musik fasziniert. Ich wollte etwas Eigenes schaffen, etwas, was nicht überladen ist, sondern ein pures Gefühl für Musik wiedergibt.\" In der Tat gelingt dem Mann aus Brooklyn eine musikalische Neuorientierung, und er fächelt sogar dem längst für klinischt tot befundenen R & B neue Lebensluft zu. Im gepreßten Endprodukt klingt das Ganze ebenso ungewöhnlich wie erfrischend einfach, weil er auch darauf verzichtete, dem geneigten Hörer zum tausendsten Male einen völlig übersteuerten Stratocaster im digitalen Stereosound in die Gehörgänge zu pusten.
Im Januar ist der Newcomer wieder in Deutschland auf Tournee. Danach will er sich seinem zweiten Album widmen, was ungefähr Mitte 1995 erscheinen soll. \"Ab da\", grinst er, \"werde ich von meiner Plattenfirma als Sexsymbol aufgebaut.\"



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aus Intro #20 (Dezember 1994 / Januar 1995)
 
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