Kyuss

wüstenratten

22.06.1994, 21:18, Text: Autor unbekannt

Doch einige Tage später, als ich mich mit John am Telefon unterhalte, hat er seine gute Laune wieder und kann über den etwas verhinderten Gig nur noch lachen. Aber warum er nun diesen kleinen Aussetzer hatte und die Band nicht weiterspielte, wollte er mir dann doch nicht so recht verraten. John: \"Na ja, das war nicht so toll, da hast du wohl recht. Aber wir freuen uns, noch ein paar Konzerte in Deutschland nachschieben zu können. Es ist das erste Mal, daß wir hier touren - nach drei Alben wird das wohl auch höchste Zeit. Allerdings spielen wir auf dieser Tour nur Stücke von den ersten beiden Alben, unsere neue Scheibe 'Sky Valley' wird in Deutschland erst Ende Juni veröffentlicht, und ich denke, die Fans haben nicht so viel Lust, Stücke zu hören, die sie nicht kennen.

Aber wir holen das nach, denn wir wollen hier im Herbst auf jeden Fall noch eine größere Tour machen.\" Mit ihrem neuen Album haben sich KYUSS wahrhaftig verdammt viel Zeit gelassen. Zwischen \"Blues For The Red Sun\" und dem besagten \"Sky Valley\" liegen fast zwei Jahre. Entweder macht die brüllende Wüstensonne so träge, oder die Jungs wollen einfach keine großen Rockstars werden... John lacht: \"Oh nein, an der Sonne liegt es sicher nicht, wir alle wohnen in Palm Springs, und ich kann mir auf der ganzen Erde keinen besseren Ort vorstellen, an dem ich leben möchte. Das ist es auch, was unsere Musik ausmacht, diese heiße Sonne, die Wüste - all das bedeutet für mich KYUSS. Aber Spaß beiseite, mit dem neuen Album haben wir uns bewußt Zeit gelassen, neue Songs schreiben, ein wenig 'rumjammen, einfach die Dinge auf uns zukommen lassen. Wir wollten uns auch nicht diesem Druck aussetzen, wie viele andere Bands es tun. Neue Platte, Tour, wieder neue Platte, usw... Außerdem ist in der Zwischenzeit viel passiert. Nach dem Erscheinen von 'Blues For The Red Sun' verließ uns unser erster Basser, und dann ging auch noch unsere Plattenfirma pleite. So waren wir ganz gut damit beschäftigt, einen neuen Deal zu bekommen.\"
Tja, und das Basserproblem hat die Band einfach gelöst, indem sie sich Scott Reeder von THE OBSESSED heranholte. Doch John besteht darauf, daß Scott selbst erzählt, wie es dazu kam, und so werde ich kurzerhand an den Basser weitergereicht. \"Nun, ich war schon eine ganze Weile mit den Jungs von KYUSS befreundet, wir haben uns öfter mal getroffen, ein paar Bier getrunken und zusammen ein bißchen Musik gemacht. Als sie mich fragten, ob ich nicht in die Band einsteigen wollte, habe ich sofort zugesagt. Mal abgesehen davon, daß ich mich in dieser Band wohler fühler, gibt es für mich auch noch einen anderen Grund, nämlich meine Frau Jenny. Auch sie lebt in Palm Springs, und dadurch, daß ich nun bei KYUSS spiele, kann ich sie viel öfter sehen.\" Im Hintergrund verabschiedet sich JOHN bereits, die Band macht sich auf den Weg zum Kölner \"Rhenania\", um dort ihren vorläufig letzten Deutschland-Gig zu spielen. Und das tun sie hoffentlich, ohne die Drums umzuschmeißen...



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aus Intro #16 (August 1994)
 
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