Morgoth featuring Carl McCoy

die geister, die carl rief, ...

19.06.1994, 20:16, Text: Autor unbekannt

Dazu Schlagzeuger Rüdiger: \"Man sollte es akzeptieren, wenn sich ein Sänger verändern will. Dem kann ich nur meinen Respekt zollen. Ich finde, die Leute sehen das zu verbissen und nehmen sich viel zu ernst. Über einige NEFILIM-Fans kann ich mich wirklich nur kaputtlachen. Beim Zillo-Festival in Bielefeld war so einer, den kannte ich noch von früheren Shows. Da laufen ja immer viele Carl McCoy-Imitate rum: Wer sieht am besten aus, wer packt sich am meisten Mehl auf die Mütze und wenn Carl die Feder von einer Seite des Huts auf die andere steckt, dann stecken die ihre auch um. Na, auf jeden Fall war so einer auch da, der aber schon nach fünf Sekunden fluchtartig den Saal verließ und draußen eine große Debatte anfing, was das denn jetzt, bitteschön, wäre.

Dann wurde \"Moonchild\" gespielt, er guckte um die Ecke, aber da ging es schon doppelt so schnell weiter und schwupp, war er wieder draußen. Ich glaube, sein Wochenende war gründlich verdorben.\"
Die Toleranzschwelle der MORGOTH-Fans liegt da offensichtlich wesentlich höher: Sie sind völlig heiß auf das neue Projekt. Ihnen kann man noch mit Überraschungen wie eben dieser Zusammenarbeit kommen. Ein völliger Kulturschock: Gothic meets Death Metal.
Aber was ist das eigentlich für ein Projekt, und wie kam es dazu? \"1991 hab ich noch Interviews fürs Rock Hard gemacht, anläßlich der letzten Tour der FIELDS traf ich Carl zum ersten Mal und hab ihm dabei unsere CD gesteckt. Die scheint er wohl ganz gut gefunden zu haben. Ein paar Wochen nach dem Split klingelte das Telefon, und er fragte, ob ich keine Lust hätte, bei ihm Schlagzeug zu spielen. Leider waren wir zur gleichen Zeit im Studio, deshalb konnte ich es nicht machen.
Aber nichtsdestotrotz gibt es demnächst erst einmal eine Single von uns, auf der er singt. Wir schicken ihm ein Tape, dazu gibt er seine Impressionen ab und kommt dann zum Einsingen nach Deutschland. Eine gemeinsame Tour ist auch in Planung, auf der diese Single dann zum Dumpingpreis an die Besucher verkauft wird.\"
Diese Single ist eine Fortsetzung des Stils der letzten Morgoth-CD \"Odium\", also weg vom 100%igen Death Metal, hin zu mehr Post-Punk und Industrial-Elementen. Bevor weitere Schritte (z.B. eine gemeinsame CD) geplant werden, wird erst einmal abgewartet, wie sich das Ganze entwickelt und wie es die Leute aufnehmen.



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aus Intro #16 (August 1994)
 
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