Ride

all ride now

01.06.1994, 12:41, Text: Autor unbekannt

Mark: Ich hoffe, daß die Leute auf uns aufmerksam werden, vor allem auch dadurch, daß wir nun bessere Songs schreiben. \"Carnival Of Light\" ist unser drittes Album, das wir sehr ernst genommen haben und bei dem wir lange Zeit mit den Aufnahmen verbracht haben. Es ist Rock, es rockt an den richtigen Stellen. Im Unterschied zu \"Going Blank Again\" hatten wir mehr Zeit. Es kommt mehr aus sich heraus, es ist nicht so unscharf und es ist songorientierter. Es ist mehr Arbeit in diese Songs geflossen. Und wir haben nicht mehr diese noisy Gitarren, sondern eine tiefere Kraft. Aber diese Kraft kommt aus den Strukturen, aus dem Aufbau und nicht allein aus dem Lärm.

INTRO: Wirst du nicht diese Gitarrenwände vermissen, wenn ihr live spielt?

Mark: Oh nein, es wird alles da sein, es wird immer noch rocken.

Als wir anfingen, waren wir so beschäftigt mit diesem Noisekram, - ich meine, Noise ist okay, aber auf die Dauer wird es langweilig, und wir wollten Songs schreiben, die überdauernder sind. Ich denke, \"Carnival\" ist trotzdem sehr kraftvoll geworden.

INTRO: Was ist eure Message, eure Intention und eure Ideologie? Oder besitzt ihr so etwas gar nicht? Man sagt euch nach, daß ihr nichts zu sagen habt, daß ihr inhaltslose Musik macht!?

Mark: Die Musik, die ich höre und liebe, gibt mir das befreiende Gefühl, daß ich mit allem fertig werden kann. Und das ist es auch, was ich den Leuten mit unserer Musik vermitteln will. Ich hoffe, daß wir das schaffen. Es ist keine politische Message, ich hasse Leute, die Musik machen, nur um anderen sagen zu können, wie sie zu denken haben. Wir wollen unseren Fans lediglich das geben, was Musik uns gegeben hat. Wir wollen die Leute bewegen. Ich habe viel zu sagen über die Dinge, die mich und meine Freunde berühren. Glaubst du, daß Jimi Hendrix oder die Rolling Stones eine Message hatten? Ich denke nicht, aber ich verstand sie trotzdem. Und das ist es, was ich erreichen will.

INTRO: RIDE ist in England immer noch bei Creation unter Vertrag. Was hälst du von Alan McGee, dem Labelchef?

Mark: Als wir mit Plattenfirmen sprachen, war er der einzige, der mit uns über Musik sprach. Er macht zwar auch die notwendigen Geschäfte, aber an erster Stelle steht die Musik und natürlich auch der Spaß. Alan hat ein einzigartiges Talent, er kann zu irgendeinem Konzert gehen, ohne jemals etwas von der Band gehört zu haben, aber trotzdem erkennt er sofort, wenn sich etwas Besonderes abspielt, und er ist sich auch immer sicher, wenn er eine Band signt. Diese Selbstsicherheit fehlt der englischen Musik. Alan hat so viele gute Bands, weil die Mayor-Label sich nur für das interessieren, wofür die Konkurrenz sich ebenfalls interessiert. Keiner wagt den positiven Schritt, sich zu holen, woran man glaubt. Man richtet sich nur danach, was der Käufer haben will. Aber auf diese Art verpaßt man die originellen Acts.



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aus Intro #16 (August 1994)
 
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