HipHop Spezial: Die 10 wichtigsten Alben in Deutschland

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Die 10 wichtigsten HipHop Alben aus Deutschland. Jetzt in unserer Bildergalerie. Mit: Advanced Chemistry, Der Tobi & das Bo, Massive Töne, Freundeskreis u.v.a...

Die 10 wichtigsten HipHop Alben aus Deutschland. Jetzt in unserer Bildergalerie. Mit: Advanced Chemistry, Der Tobi & das Bo, Massive Töne, Freundeskreis u.v.a...
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Advanced Chemistry
„Fremd im eigenen Land“ (1992, MZEE)
Die erste Single der seit den späten 80ern auf Jams und Breakdance-Battles aktiven Heidelberger Rapcrew um Torch, Toni-L und Linguist brachte 1992 den politisch und sozialkritisch motivierten Conscious-Rap auf die deutsche Landkarte. Advanced Chemistry rappen im aus heutiger Sicht noch etwas steifen Flow über Ausgrenzung und Vorurteile, lange bevor das Wort „Migrationshintergrund“ überhaupt erfunden war. Reimtechnisch aber bereits weit vorne: „Das Problem sind die Ideen im System: Ein echter Deutscher muß auch richtig deutsch aussehen!“ Früher Meilenstein.
Die Fantastischen Vier
„4 gewinnt“ (1992, Columbia / Sony) 
Das zweite Album der Stuttgarter nach „Jetzt geht’s ab“ (1991) erreichte Platz 3 der deutschen Albumcharts. An der Single „Die da!?“ kam 1992 niemand vorbei. Die Fantastischen Vier setzten früh und erfolgreich auf Pop, Humor und „Sprechgesang“ statt auf Realness und Rapskills. „4 gewinnt“ ist künstlerisch sicher kein bedeutendes Rapalbum, prägte aber über Jahre das Bild der breiten Öffentlichkeit von deutschem HipHop als harmlose Gute-Laune-Musik mit holperigen Reimen und seltsamen Arm- und Beinbewegungen.
Diverse 
„Alte Schule“ (1993, MZEE)
Der Vorgänger des MZEE-Samplers „Die Klasse von ’95“ versammelt die wichtigsten Protagonisten der ersten Generation deutscher Rapper, die im Folgenden von der Generation der jungen Spaßrapper kommerziell weit überholt wurde. Dabei steht die Heidelberger Oldschool-Fraktion mit Torch, dem „Hardcore Gladiator“ Toni-L, Boulevard Bo und den Stieber Twins im Vordergrund, aber auch ein blutjunger MC Rene wird mit „Die neue Reimgeneration“ gefeaturet.
Konkrete Finn 
„Ich diss dich“ (1994, No Mercy)
Die Underground-Veröffentlichung der Frankfurter Rapper Tone, IZ und DJ Feedback gilt als die Geburt deutschen Battleraps. Im breiten Frankfurter Dialekt und untermalt von einer kargen, beatlastigen Produktion, provoziert Tone seine Gegner mit auch heute noch originellen Vergleichen: „Ich bin der Tschab mit der Farb‘ im Gesicht, die du nicht haben wirst, auch nicht, wenn du im Solarium stirbst. Ich diss dich. Halt dein Maul und verpiss dich.“ Konkrete Finn, kommerziell weitestgehend unter dem Radar, beeinflussen die spätere Berliner Battlerap-Szene maßgeblich.
Der Tobi & Das Bo
„Genie und Wahnsinn liegen dicht beieinander“ (1995, Metronome / Universal)
Aus heutiger Sicht ist das Debüt der beiden Hamburger bei allem Wortwitz teilweise unerträglich albern. Die Single „Morgen geht die Bombe hoch“ erscheint mit einem liebevollen Augsburger-Puppenkisten-Video. HipHop öffnet sich endgültig für Humor zwischen Helge Schneider und Mike Krüger.
Massive Töne 
„Kopfnicker“ (1996, MZEE) 
Nach Ansicht vieler Szene-Insider eines der besten deutschen HipHop-Alben aller Zeiten. Von den Beats noch ganz der Oldschool verpflichtet, aber perfekt produziert, zeigen die Stuttgarter einen neuen entspannten wie ausgeklügelten Flow mit hohem lyrischen Standard. HipHop in Deutschland wird künstlerisch erwachsen.
Freundeskreis
„Quadratur des Kreises“ (1997, Four Music / Sony) 
Neben Die Fantastischen Vier sind Freundeskreis die erfolgreichste HipHop-Band aus Stuttgart und bringen auf ihrem Debüt mit ihrem Frontmann Max Herre die sozialkritischen Themen zurück. Inhaltlich wirkt das Album heute rührend naiv bis peinlich, musikalisch öffnen sich Freundeskreis aber früh angrenzenden Genres wie Reggae, Soul und Jazz und treten mit Liveband statt DJ auf.
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