Yo La Tengo - "Painful" (1993) Wieso ausgerechnet das sechste von inzwischen 15 Yo-La-Tengo-Alben? Ganz einfach: Es ist das beste. Warum? Schwierig. Vielleicht hat es damit zu tun, dass es die Band, die heute wie ein alter Schuh klingt, vor siebzehn Jahren in einer Art Verwirrungsphase ihrer Adoleszenz einfing: Vorher klang das Trio aus Hoboken oft wie eine etwas zu grell aufgenommene Sonic-Youth-Ersatzdroge, hinterher oft, zu oft, wie ein friedliches Stillleben. "Painful" denkt diese Zerrissenheit zwischen brodelndem Aufbruch und fragilem Innehalten völlig konsequent zusammen. Erstmalig eindringlich eingefangen von Roger Moutenot, der auch die nächsten sieben (!) Yo-La-Tengo-Alben produzieren sollte. Eigentlich lässt sich das ganze Album auf den Opener "Big Day Coming" runterbrechen, der den Hörer minutenlang nur mit Bass, Orgel und Gesang einlullt, bis die verzerrte Delay-Gitarre des zweiten
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Yo La Tengo - "Painful" (1993)
Wieso ausgerechnet das sechste von inzwischen 15 Yo-La-Tengo-Alben? Ganz einfach: Es ist das beste. Warum? Schwierig. Vielleicht hat es damit zu tun, dass es die Band, die heute wie ein alter Schuh klingt, vor siebzehn Jahren in einer Art Verwirrungsphase ihrer Adoleszenz einfing: Vorher klang das Trio aus Hoboken oft wie eine etwas zu grell aufgenommene Sonic-Youth-Ersatzdroge, hinterher oft, zu oft, wie ein friedliches Stillleben. "Painful" denkt diese Zerrissenheit zwischen brodelndem Aufbruch und fragilem Innehalten völlig konsequent zusammen. Erstmalig eindringlich eingefangen von Roger Moutenot, der auch die nächsten sieben (!) Yo-La-Tengo-Alben produzieren sollte. Eigentlich lässt sich das ganze Album auf den Opener "Big Day Coming" runterbrechen, der den Hörer minutenlang nur mit Bass, Orgel und Gesang einlullt, bis die verzerrte Delay-Gitarre des zweiten Stücks die Stille zersägt. Ein Bruch zwischen zwei Songs, der mehr über mein eigenes Gefühlsleben zu dieser Zeit auszusagen schien, als ich es in vier Bänden Tagebuch hätte benennen können.
Felix Scharlau
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