Unterwegs in Asien: Pitchtuner

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In Hangzhou sind wir von der Größe des Festivals nicht schlecht überrascht. Wir spielen vor fast 10000 Leuten zur besten Zeit und werden mit großer Begeisterung und Tanzfreude belohnt!

In Hangzhou sind wir von der Größe des Festivals nicht schlecht überrascht. Wir spielen vor fast 10000 Leuten zur besten Zeit und werden mit großer Begeisterung und Tanzfreude belohnt!
Foto: Pitchtuner

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Nach unserer neun stündigen Nachtzugfahrt im Liegewagen, die uns umgerechnet nur etwa 35 Euro kostet, erreichen wir Wuhan! Den bereits sechsten Gig in China werden wir zusammen mit Jeans Team unter technisch nicht idealen Bedingungen im Vox Club spielen. Egal, Freestyle ist King und wir haben alle unseren Spaß! Beim Gespräch mit dem Promoter erfahre ich, dass der Vox Club das einzige Live House in Wuhan ist und eigentlich alle Bands aus China hier halt machen. Eine unglaubliche Sache, da Wuhan immerhin neun Millionen Einwohner zählt. Wuhan ist bekannt für seine lebendige Punk und Hard Core Szene.
Heute ist unser Gig im Yu Gong Yi Shan, dem legendären Club hier in Beijing. Ich war hier schon vor einem Jahr um das Konzert der in China sehr bekannten Band 'Pet Conspiracy' zu eröffnet. Fantastische Erinnerungen! Der Gig heute schließt sich natlos an diese an: Der Abend mit Jeans Team sprengt alle Erwartungen! Nach dem Konzert lerne ich einen hier lebenden ex-Berliner kennen, der den 'Tresor Beijing' in ein paar Wochen im ehemaligen Mao Bunker eröffnen wird.
Chengdu liegt in Zentral-China und ist für die chinesische Musikszene eine sehr wichtige Stadt. Es gibt hier im Gegensatz zu anderen Städten richtig viele Clubs und in der Nähe findet das älteste und größte Musikfestival Chinas statt. Es ist gerade mal drei Jahre alt und hatte dieses Jahr schon 300 000 Besucher! Nach dem Konzert kommen wir mit Jef ins Gespräch, der auf Empfehlung seiner chinesischen Freundin, die uns in Wuhan gesehen hatte, kam. Jef wird demnächst zusammen mit dem Betreiber der 'Littel Bar', ein gar nicht so kleiner Club, in dem wir heute gespielt haben, ein weiteres Live House in Chendu eröffnen. Er erzählt mir, dass es dafür erst mal sehr guter Kontakte zur Regierung bedarf und eines chinesischen Partners, da Ausländer hier nicht selbständig ein Geschäft eröffnen dürfen. Nach dem Gig fliegen wir über Xiamen nach Japan weiter.
Das Konzert heute ist sehr gut besucht und da es ein Party-Reihe ist, tanzt das Publikum auch ab dem ersten Ton von uns mit. Nach dem Konzert lerne ich sogar Mikis ehemaligen Chef vom Club Quattro kennen, der eine teure Flasche echten Champagner zum Ausdruck seiner großen Freude über das Wiedersehen mit Miki mitbringt. Er sieht sehr Stolz auf seinen Sprößling aus. Einige Freunde und ehemalige Kollegen von Miki aus dieser Zeit spielen heute noch in recht bekannten Bands oder sind anderweitig im Musikgeschäft aktiv. Es ist schön, so eine Entwicklung zu sehen und ein Teil davon zu sein!
Kaum Zeit für Musik! Die Bedingungen für Musiker hier sind durchaus mit denen in England zu vergleichen: Besonders als einheimische Band ist es kaum möglich durch Live-Konzerte Geld zu verdienen. Im Gegenteil: Wer hier spielen will, muss dem Club ein bestimmtes Kontingent an Eintrittskarten abkaufen, die er dann selbst verkaufen muss. Zum Glück haben wir eine Sonderstellung als ausländische Band und können so etwas bessere Deals vereinbaren.
Heute sind wir zu Gast bei dem Internet Broadcaster dommune.com, der seit etwa einem halben Jahr besteht und in dieser kurzen Zeit die größte Fangemeinde auf Ustream gewonnen hat. Die meisten live Streams sind von bekannten DJs wie Towa Tei oder Kaito und wir werden eine der erste Bands sein, die ihre Musik hier präsentieren wird. Vor uns waren lediglich 'The XX' zu Gast und die nächste live-Band wird MIA sein. Wir freuen uns natürlich, daß wir uns hier einreihen dürfen und nachdem ich erfahre, dass uns der Soundengineer von 'Primal Scream' mischen wird, ahne ich langsam, wo wir hier gelandet sind. Gesendet wird aus einem kleinen Klub in Shibuya, dem Pulsgeber von Tokyo.
Das Konzert ist ein großer Erfolg und wir haben jetzt mehr als 30 Seiten voll mit Feedback über Twitter, das während unseres Konzertes gepostet wurde. Unser Konzert kommt hier unglaublich gut an, was uns natürlich wahnsinnig freut. Nach unserer Show präsentiert hier Shinichi Osawa sein neues Album. Wer mal in Tokyo ist, sollte hier unbedingt vorbei sehen! Im Cafe 'Supercore', das sich über dem Club befindet, kann man die eine oder andere Größe der japanischen Musikszene treffen.
Bevor wir ins Womb gehen, wo wir heute mit unseren japanischen Fans und unserem neuen Label die Veröffentlichung unseres Albums in Japan feiern werden, besuchen wir Tower Records in Shibuya, dem Kiez Tokyo's, in dem gefühlte 99% der interessanten Dinge stattfinden. In dem Plattenladen sind wir nicht schlecht überrascht, unser Album in den Präsentierständern direkt neben Uffie oder einem Kitsune Sampler zu sehen. 
Später treffen wir die Macher der Fuji Rock Festivals, dem bedeutensten Musik Festival Japans. Sie haben uns eingeladen, auf ihrer Fuji Warm up Party im größten Club Tokyos, dem AgeHa zu performen.
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