Es ist erschreckend, wie manche Platten einem an der eigenen Nase vorführen, dass man keinen Spaß versteht. „Across The Nation” ist so eine Platte. Sie stammt vom Techno-King Johannes Heil und dem Sänger Simon Wotton, wobei letzterer – diesem Album nach zu urteilen – vielleicht besser nicht Sänger geworden wäre. Er tut hier jedenfalls nichts anderes, als prollig rumzugröhlen. Wahrscheinlich, um sich gegen die vielen böse verzerrten Sägezahn-, Elektro-, Vokoder-, Handyklingel- und Gameboy-Sounds zu behaupten, die Kollege Heil ihm zugeworfen hat und die nun drohen, ihn unter sich zu begraben. Platz für viel inhaltliche Tiefe bleibt da nicht – irgendwie geht es meistens darum, sich aufzuregen und den Rächer der Enterbten zu spielen. Bei Titeln wie „Fuck Off” und „A Fuck” kommen allerdings höchstens Erinnerungen an picklige Teenie-Boys hoch, die einem auf der Rolltreppe die „Fuck you you fucking fuck!”-Sticker auf ihren Rucksäcken unter die Nase reiben und ihrer Mama morgens bei Cornflakes wahrscheinlich auch was von Revolution erzählen. Super. Das Artwork präsentiert sich passend gruselig: Ein Potpourri aus Anarcho-A, Illuminaten-Pyramide und Legomännchen, das wohl andeuten soll, dass wir Menschen nur Marionetten und längst nicht mehr Herr unserer selbst sind. Das mag ja alles sein, aber so platt und sinnentleert möchte man das eigentlich nicht auf einem Album zusammengeklatscht und zusammengephotoshoppt sehen. Man ahnt zwar irgendwo, dass Heil und Wotton das Ganze ironisch meinen, aber es ist so unsagbar trivial und halbgar geraten, dass man es unmöglich gut finden kann. So bleibt das einzige, was an diesem Album wirklich bemerkenswert ist, die Tatsache, dass es zeigt, wie sehr es bei einem sonst sehr guten Label (Ladomat) – nach großartigen Platten von Turner, Lawrence und Jan Gazarra – auch wieder tief in den Keller gehen kann. Auf diese Erkenntnis hätte man im Grunde genommen aber verzichten können.