Gemessen am Soundspektrum, machen Korn mittlerweile eigentlich nur noch Drum’n’Bass. Gut, die Gitarre wagt mal einen friggelnden Ausflug in mittige Höhen (wohingegen die für Korn typischen Flageoletttöne endgültig ausbleiben), doch ansonsten kriechen die Klänge morbid auf dem Boden – nein, sie sind mittlerweile gänzlich in der Gruft angekommen. Auch der Gesang klingt, als sei er im vom Grunzen ganz wunden Schlund stecken geblieben. Dazu passen die Texte wie das Piercing in die Zunge: Zwischen Phrasen wie »I can’t escape« oder »when will this end?« verdichtet sich die Botschaft auf den inhaltlichen Nenner: Scheiße, ich komm aus der scheiß Nummer scheiße noch mal nicht mehr raus. Wie wahr. Die Gitarren schieben und bolzen, der Bass hämmert und frotzelt – schieb, schieb, frotzel, frotzel. Beim Hören des kompletten Albums fühlt man sich wie bei einem langwierigen Werksbesuch in einer Fabrikhalle für optimal automatisierte Düster-Metal-Fließbandproduktionen. Unbenommen: Korn schlugen Anfang der Neunziger ein wie eine Bombe, sind aber 2004 so vorhersagbar und packend wie Waschmittelwerbung. Da weiß man, was man hat. Aber es gibt ja Leute, die mögen das.