Das 28. Haldern Pop Festival läuft und wir sind dabei. Bisherige Höhepunkte: Warpaint, Okkervil River, Wir sind Helden und der Kampf von James Vincent McMorrow gegen die Wombats.
Das 28. Haldern Pop Festival läuft und wir sind dabei. Bisherige Höhepunkte: Warpaint, Okkervil River, Wir sind Helden und der Kampf von James Vincent McMorrow gegen die Wombats.
Auch in diesem Jahr lautet das Motto, des in der niederrheinischen Provinz gelegenen Haldern Pop Festivals: Ausverkauft statt Ausverkauf. Bereits im Januar sind alle verfügbaren Tickets vergriffen – und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch keine einzige Band für das Line-up bekannt gegeben worden ist. Ein Traum für jeden Festivalveranstalter.
Der Samstag
Die dunklen Wolken über Haldern halten sich bis zum Schluss. Auch am letzten Festivaltag machte der Niederrhein als regenreiche Region seinem Namen wieder alle Ehre. Gummistiefel wohin das Auge reicht und die langen Schlangen vor dem Spiegelzelt sprechen Bände. Schön, dass bei Destroyer frühen Nachmittag wenigstens kurz mal die Sonne aufging. Die achtköpfige Gruppe um den kanadischen Songwriter Dan Bejar wirkt zu solch früher Stunde alles andere als lethargisch und zaubert mit ihrem lupenreinen Achtziger-Pop dem ein oder anderen Festivalgänger ein Lächeln ins Gesicht. Deutlich blutleerer fällt der Auftritt von James Blake im Anschluss aus, der nach einer kurzen Umbaupause auf der Hauptbühne übernimmt und live leider genauso blass wie auf Platte klingt. Weitaus sympathischer kommt der schmächtige Brite da schon später im Spiegelzelt rüber, als er kurz vor dem Warpaint-Auftritt versucht, mit seiner goldenen Kreditkarte ein Bier an der Theke käuflich zu erwerben. Dabei wird auf dem Reitplatz doch nur in Poptalern gezahlt!
Darüber könnten auch Wir sind Helden ein Lied singen, die ersten großen Headliner des Abends. Die um zwei zusätzliche Musiker verstärkte Band ist trotz strömenden Regens bestens aufgelegt und bringt neben gewohnt flotten Ansagesprüchen (»Hey Haldern, ihr seid doch so ein radioaffines Publikum hier!«) erstmals ordentlich Schwung auf den müden Reitplatz. Spätestens beim Publikumsfavoriten »Denkmal« brechen nicht nur Regendämme. Die Band verlässt sichtlich gerührt die Bühne.
Weiter geht es im wohltemperierten Spiegelzelt, in dem alle gespannt dem Auftritt der vier Kalifornierinnen von Warpaint entgegen fiebern. Diese zeigen sich sichtlich von der ausgefallenen Location angetan (»One of the most beautiful places we've ever played«) und verzücken wie schon zuvor beim einzigen Deutschlandkonzert vor zwei Monaten in der Kölner Kulturkirche mit bestechend schönen Gesangsmelodien und deutlich besserem Sound. Alles sitzt perfekt und selbst Bassistin Jenny macht in ihrer grauen Adidas-Jogginghose noch eine ausnehmend gute Figur. Das vielleicht beste Konzert des gesamten Festivals, das zum Glück nicht auf der Hauptbühne stattgefunden hat. Apropos, dort haben es sich inzwischen die Fleet Foxes gemütlich gemacht und sorgen für noch mehr perfekte Harmonien. 2008 noch im Zelt untergebracht, beschallen die Haldern-Lieblinge, die wie kaum eine andere Band den prototypischen Sound des Festivals verkörpert, jetzt zur Prime Time verdient die Mainstage. Etwas überraschungsarm zwar, aber solide fackeln die bärtigen Musiker einen Lagerfeuer-Hit nach dem anderen ab. Besser hätte es eigentlich nicht weitergehen können, wären da nicht noch Suuns aus Kanada gewesen, die zur später Stunde noch mit ihrer intensiven Liveshow das Spiegelzelt auf den Kopf stellen. Diese Newcomer sollte man im Auge behalten. Bis zum nächste Jahr in Haldern!
15.08.2011 | 08:44:11 Vieles habe ich exakt so erlebt, vor allem die Einschätzungen der Auftritte von James Blake, den Antlers und Warpaint treffen es genau.
Für mich waren Warpaint und Anna Calvi die Höhepunkte des Festivals.