TV-Serien-Spezial
Running Wilde: Season 1
15.09.2011, 13:30, Text:
Felix Scharlau
Ein Plot wie bei »The Royal Tenenbaums« – in der Welt dekadenter Neureicher.
Sicherlich kein Zufall, dass die Ende 2010 abgesetzte Fox-Serie »Running Wilde« ähnlich wie schon »Arrested Development«, eine der forderndsten US-Comedy-Serien der letzten zehn Jahre, eine Band im Titel zitiert. Beide Shows stammen vom Autor und Produzenten Mitchell D. Hurwitz, in beiden spielen die genialen Will Arnett und David Cross tragende Rollen, und beide verlegen ihren Plot wie einst »The Royal Tenenbaums« in die Welt dekadenter Neureicher. Schade nur: Beide wurden mangels Zuschauern auch irgendwann abgesetzt.
Die nur 13 jemals produzierten Folgen von »Running Wilde« vermischen Elemente einer klassischen Romantic Comedy mit dem bizarren Sittenbild der Upper Class, das man von Monty Python kennt. Steve Wilde (gespielt von Will Arnett), gelangweilter Sohn eines Öl-Magnaten, versucht seine Jugendliebe Emmy (heute Globalisierungsgegnerin) zurückzugewinnen. An der Kluft zwischen Korruption und Moral, Gefühlskälte und Affekt, Dekadenz und Bescheidenheit entsteht so bisweilen fantastischer Humor. Teilweise offenbart die Serie aber auch schon in diesem frühen Stadium eine spürbare Eindimensionalität in der Anlage. Dennoch sind diese 13 Folgen schwer zu empfehlen.
»Running Wilde – Season 1« (Lionsgate / Import, DVD)
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