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"Als Fiktion super"

Ein Gespräch mit der dienstältesten Kommissarin Ulrike Folkerts

23.03.2010, 14:48, Text: Paula Fuchs, Foto: Elisabeth Moch



Als Hauptkommissarin Lena Odenthal ist Ulrike Folkerts seit 1989 im Einsatz. Ihr Einsatzort: Ludwigshafen.

Sehen Sie sich manchmal Ihre früheren Fälle an?
Ja, natürlich kommt es vor, dass ich alte Tatorte anschaue, aber auch gerne die neuen mit den anderen Kommissaren, schließlich interessiert mich, welche Fälle gelöst werden sollen, welche Themen wie umgesetzt werden.

Was ist für Sie das besondere Erfolgsgeheimnis von Tatort?
Ganze Generationen sind mit Tatort groß geworden. Der Sonntagabend steht für einen spannenden Ausklang des Wochenendes im Kreise der Familie oder der Freunde (man trifft sich auch in Kneipen zum gemeinsamen Mörderraten), und am Montag kann jede/r mitreden. Tatort ist außerdem eine Reihe, in der tatsächlich immer wieder qualitativ hochwertiges Fernsehen gelingt. Tolle Autoren, tolle SchauspielerInnen, tolle RegisseurInnen – sie alle arbeiten gerne für Tatort.


Könnten Sie sich den Job des Kriminalkommissars auch in der Realität vorstellen?
Nach diversen Gesprächen mit „echten“ KriminalkommissarInnen weiß ich 100%ig, dass der Job einer Kommissarin, gerade innerhalb der Mordkommission, nichts für mich wäre. Die wahren Abgründe und Entsetzlichkeiten sind in der Realität viel, viel heftiger und furchtbarer, als wir uns das vorstellen können. Da braucht man ein dickes Fell, ein gutes Umfeld und einen gewissen Pragmatismus. Als Fiktion finde ich es super.

Wie alt waren Sie, als Sie Ihren ersten Tatort gesehen haben? Können Sie sich noch erinnern, welcher Fall das war?
Mein erster Tatort lief 1989, "Die Neue" (wie passend) – ich war 28 Jahre alt, und es ging in diesem Tatort gleich um ein sehr heftiges Thema: Sexualstraftäter und ihre Neigung, nie aufhören zu können, trotz Therapie etc.

An welchen Fall, den Sie in Ihrer Fernsehkommissar-Laufbahn gelöst haben, erinnern Sie sich besonders gern zurück? Warum?
Da ich schon über 50 Tatorte gedreht habe, kann ich nur sagen, dass mich in jedem Jahr mindestens zwei von den drei, die wir drehen, extrem interessiert haben. Jeder Tatort sollte wichtig sein, schließlich ist dies ein Format, wo man ganz wunderbar von gesellschaftlich relevanten Themen wie z. B. Ehrenmord, Sterbehilfe oder aber den menschlichsten aller Gefühle wie Hass und Eifersucht erzählen darf ...

Mehr zum Thema in unserem großen Tatort-Spezial:
www.intro.de/spezial/40jahretatort



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aus Intro #181 (April 2010)
 
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