Film der Woche
Marieke und die Männer
28.06.2012, 11:50, Text:
Lars Tuncay
In Sophie Schoukens Regiedebüt schlingert eine junge Frau kunstvoll durchs Leben – auf der Suche nach einem Vater.
R: Sophie Schoukens; D: Hande Kodja, Barbara Sarafian, Jan Decleir etc.
Das Belgische Kino ist oft ein sehr abgründiges, vor allem wenn es um die Themen Sex und Psyche geht. Insofern ist Marieke eine typische Figur ihrer Kinolandschaft. Ungeliebt von der Welt um sie herum, flüchtet sie sich in Sex mit fremden, älteren Männern, die sie zum Beispiel in der Brüsseler Chocolaterie trifft, in der sie arbeitet. Der Grund für ihre Suche nach Halt liegt in ihrer Kindheit begraben, an die sie sich selbst nur vage erinnert.
In das Dunkel ihrer Vergangenheit wirft ein plötzlich auftauchender Freund der Familie Licht. Aller Respekt gebührt Hauptdarstellerin Hande Koda, die aufopferungsbereit in der Rolle der Marieke versinkt. Leider dringt Sophie Schockens in ihrem kunstvoll gefilmten Regiedebüt nicht tief genug in die Psyche ihrer Figuren ein und konzentriert sich zu sehr auf Mariekes vergeblicher Suche nach einer Vaterfigur.
Außerdem diese Woche neu und von Lars Tuncay besprochen: »Simon«.
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