So ist das Fantasy Filmfest 2011 - Krönender Abschluss: Die Horrorkomödie des Jahres Artikelbild (groß)

So ist das Fantasy Filmfest 2011

Krönender Abschluss: Die Horrorkomödie des Jahres

25.08.2011, 10:18, Text: Nina Scholz

Nach einer langen Filmwoche ist gestern Abend in Berlin das 25. Fantasy Filmfest zu Ende gegangen. Zum Abschluss liefen Lucky McKees The Woman und Joe Cornishs Attack The Block.

»The Woman« ist die Fortsetzung zu »Offspring« (2009), der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jack Ketchum, der für beide Filme auch das Drehbuch mitverfasste. Eine konservative Familie fängt bei einem Jagdausflug die kannibalistische Wilde (Pollyanna McInstosh) aus dem ersten Film ein und hält sie fortan in einem Kellerverlies auf dem weitläufigen Grundstück. Der sadistische Vater will die Frau ohne Namen domestizieren, stürzt stattdessen aber seine ganze Familie ins Unglück.


Autoritäre Männer, die wilde Frauen beherrschen, erziehen und auch vergewaltigen wollen, sind kein unbekanntes Motiv im Horrorfilm, doch selten hat haben es ein Autor und ein Regisseur so deutlich gemacht, dass der Vater nur verlieren kann. »The Woman« ist sowohl in der Tradition blutiger Lowbudget-Produktionen zu verorten als auch dem über plumpe Gore-Explosionen hinausweisenden, erzählendem Horrorfilm verpflichtet. Darüber hinaus ist es Lucky McKee gelungen, die Stimmung aus den Jack Ketchum-Büchern auf Beste einzufangen.



Nach »The Woman« lief der offizielle Abschlussfilm, der zugleich das Debüt des englischen Comedian Joe Cornish ist. In »Attack The Block« greifen Aliens einen Sozialwohnblock in Süd-London an. Mittendrin befindet eine Gang hoodietragender, halbkrimineller Jungs. Gemeinsam mit ihrem Anführer Moses (John Boyega) befinden sie sich im Kampf gegen die extraterrestrischen Wesen. Mit der einzigartigen Mischung aus Gore, Science Fiction, Comedy, kluger Sozialkritik und einigen Verweisspielen auf verwandte Filme hat Cornish nichts weniger als die Horrorkomödie des Jahres gedreht. Das Ganze kommt beeindruckend leichtfüßig daher, was vielleicht auch den sympathischen Figuren und den wahnsinnig komischen One-Linern, Cornishs definitive Stärke, liegt.

 
»Attack The Block«, »Perfect Sense«, »The Innkeepers«, »The Divide« und »Snowtown« waren die mit Abstand besten Filme des neuntägigen Festivals. Damit zeigt sich auch die Bandbreite sowohl des Fantasy Filmfests als auch des Genres aktuell.

Leider kann man hingegen dem Rest des Programms nur eine gewisse Mittelmäßigkeit bescheinigen. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass Genreelemente immer mehr zum Repertoire vieler Mainstream-Kinoproduktionen gehören.

Darüber hinaus fehlt es derzeit an einem wegweisenden Trend im Horrorkino selbst. So sind südkoreanische bzw. asiatische Filme, postmoderne Spielereien oder Torture-Filme, vor allem solche aus Frankreich, mittlerweile weitestgehend aus dem Programm des Fantasy Filmfest verschwunden. Wenn man überhaupt einen Trend bestimmen könnte, dann jenen, dass englischsprachiges, erzählendes Horrorkino auf dem Vormarsch ist. Man darf also gespannt sein, wohin die (Genre-)-Reise zukünftig geht...

Mehr Infos und Ticket-Verlosung für 2012 auch unter www.intro.de/fff.

Unsere Autorin Nina Scholz berichtete vom Fantasy Filmfest 2011 in Berlin. Alle Artikel findet ihr unter www.intro.de/spezial/fantasyfilmfest11.



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