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So ist das Fantasy Filmfest 2011

Eröffnung in Berlin: Back in Black

18.08.2011, 14:55, Text: Nina Scholz, Foto: Miramax Films
[2 Kommentare]

Unsere Autorin Nina Scholz ist beim Fantasy Filmfest in Berlin dabei und berichtet über High- und Lowlights des diesjährigen Festivals...

Montag Abend ist in Berlin das 25. Fantasy Filmfest eröffnet worden. Seit ein paar Jahren findet es im fast charakteristisch unpersönlichen Cinemaxx am ebenso gesichtslosen Potsdamer Platz statt und ist mittlerweile auch noch auf das Cinestar auf der anderen Straßenseite ausgeweitet worden. Jedes Jahr im Hochsommer, der sich dieses Jahr allerdings eher wie ein Spätherbst anfühlt, startet das Festival in Berlin und zieht danach weiter durch mittlerweile sieben deutsche Städte bis die Tour am 7. September in Nürnberg endet.


Vom Eröffnungsfilm verspricht sich der klassische Fantasy Filmfest-Gänger traditionell wenig, steht er doch meistens im Gegensatz zum restlichen Festivalprogramm und erfüllt auch andere Funktionen: Der erste Film soll immer ein bißchen größer sein als die anderen später folgenden, mit bekannteren Schauspielern und einem berühmterem Team im Hintergrund. Er soll auf dem Fantasy Filmfest am besten vor dem Europa- oder noch besser US-Start laufen und auch noch alle mitnehmen, die da kommen: Werbepartner, Neugierige, Nerds, treue Fans und den Cinemaxx-Kinogänger.

Die Erwartungen waren dementsprechend niedrig und »Don't Be Afraid Of The Dark« ist tatsächlich so ein Konsensfilm, der alles richtig machen möchte. Er hat eine Starbesetzung (Katie Holmes, Guy Pearce) und mit Guillermo del Toro als Produzenten einen imageträchtigen Namen im Programm.

Regisseur Troy Nixey wagt ebenfalls keine großen Experimente und kompliliert in seinem Debüt allerhand erfolgreiche Genremuster wie düstere Grafiken, klassische Geistergeschichten und Märchenanalogien zu einer modernen »Haunted House«-Story: In einem viktorianischen Anwesen in Rhode Island, dem Heimatstaat von H.P. Lovecraft, spukt es. Das muss die 9-jährige Sally (Bailee Madison) am eigenen Leib erfahren. Kurz nachdem sie von ihrer Mutter aus dem sonnigen Kalifornien in die regnerische Gegend und damit zu ihrem ignoranten Vater sowie der neuen Stiefmutter abgeschoben wurde, wird sie auch schon von uralten, unheimlichen Kreaturen gejagt.

Soweit, so bekannt, ist die kleine Bailee Madison ein echtes Highlight als neugierige, verängstigte, schlaue und irgendwann zurückschlagende Sally und schafft es auch über manche Schwächen des Films hinwegzutrösten.

Am Dienstag, dem ersten regulären Festivaltag, liefen auch die ersten beiden Filme im »Fresh Blood«-Wettbewerb, dem einzigen Preis, der am Ende des Festivals verliehen und vom Publikum gewählt wird. Das sympathische am Fantasy Filmfest ist ja gerade die Abwesenheit einer Jury und überhaupt das Fehlen des ganzen Pressekartenbrimboriums. Hier macht sich nur das Publikum wichtig. Das ist vielleicht auch manchmal nervig, aber immer noch eine andere Art der Auskennerei als bei reinem Fachpublikum. Die »Fresh Blood«-Reihe ist außerdem eine der spannendsten Programmreihen des Festivals, denn hier laufen die Erstlingswerke der Regisseure von denen manche später erfolgreich werden, andere für immer Geheimtipps bleiben oder auch niemals das Licht der Verleiherwelt erblicken.

Besonders auf »Julia X - 3D«, der in dieser Reihe läuft, konnte man sich freuen, hieß es doch in der Ankündigung: »Gefesselt und geknebelt findet sich Julia in den Fängen eines perversen Kidnappers wieder. Doch ihr gelingt die Flucht von dem entlegenen Ort, an den ›The Stranger‹ sie verschleppt hat. Zusammen mit ihrer Schwester Jessica will sie nun den Spieß umdrehen, und kurz darauf sehen sich alle in ein Katz-und-Maus-Spiel verwickelt, in dem niemand ist, was er oder sie zu sein scheint. Nur eines ist sicher: Eine Menge Blut wird fließen …“ 

Doch trotz kluger Umkehrung gängiger Genrevorzeichen und gekonntem Umgang mit Splattercomedy schafft Regisseur P.J. Pettiette es nicht, die eigentliche Logik umzudrehen und die hier vorgeführte sexuelle Fantasie zu verlassen. Letztlich sind zwar Julia (Valerie AzlynnI) und Jessica (Alicia Leigh Willis) die Quäler und ihr Entführer (Kevin Sorbo in ganzer Softpornolook-Pracht) der Gequälte, doch die beiden weiblichen Hauptfiguren bleiben in ihrer Darstellung aufs dämlichste sexualisiert, die Story der üblichen »Zwei Schwestern und ein Mann«-Fantasie verhaftet und die beiden Frauen werden schließlich als Verrücktgewordene pathologisiert. Um eine solche Darstellung noch zu retten reichen auch ein paar Axtschwingereien von Frauen und ein paar dutzend ordentliche Lacher nicht aus. Leider.



Die ersten beiden Tage waren also angenehm aber höhepunktslos, aber das sind sie meistens. Die großen Highlights wie »Attack The Block«, »Point Blank«, »Woman« und »Super« kommen ja erst noch.

Mehr Infos und Ticket-Verlosung für 2012 auch unter www.intro.de/fff.


Unsere Autorin Nina Scholz berichtet die kommenden Tage weiterhin vom Fantasy Filmfest 2011 in Berlin.



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  • User: Intro
  • Intro 18.08.2011 | 14:55:00

    Unsere Autorin Nina Scholz ist beim Fantasy Filmfest in Berlin dabei und berichtet über High- und Lowlights des diesjährigen Festivals...

  • User: Malheur
  • Malheur 03.09.2011 | 07:41:47

    Der Tag, an dem ich A Lonely Place to Die, Kill List und The Yellow Sea gesehen habe, hat mir, glaube ich, PTSD eingebracht.

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