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The Road

Angst essen Menschen auf: Mit Intro zur Gratis-Preview!

15.09.2010, 12:37, Text: Markus Hablizel

In der Not frisst der Mensch geröstete Oberschenkel auch ohne Brot. Cormac McCarthy wusste darüber ein Buch zu schreiben, John Hillcoat daraus einen Film zu machen und Nick Cave davon ein Lied zu singen. Und fertig ist der post-apokalyptische Neorealismus! Mit Intro könnt ihr bei der Preview am 05.10. in Köln gratis dabei sein - unter www.intro.de/previews könnt ihr euch anmelden!
 
Alle weg. So ist das, wenn man in postapokalyptischen Zeiten lebt. Irgendwas oder irgendwer – gerne auch: der Mensch selbst – hat die Menschheit ausgelöscht; einer oder ein paar wenige, die erst einmal nichts voneinander wissen, sind noch am Leben. Die ziehen dann gerne in einst repräsentative Stadthäuser, süffeln Schampusrestbestände weg, gehen auf Innenstadtsafari und mutieren ganz ungeniert zu einer Art umgestülptem Zivilisations-Robinson-Crusoe.


Aber Freiheit macht arm und einsam - und der riesige innerstädtische Abenteuerspielplatz für Jungs nutzt sich so ganz alleine schnell ab. Erst ein echter Mensch – hier bevorzugt vom anderen Geschlecht – bringt Linderung für den Phantomschmerz.

"The Road", dessen Vorlage von dem US-amerikanischen Schriftsteller Cormac McCarthy stammt, der auch "No Country For Old Men" geschrieben hat, weiß von dieser postapokalyptischen Disney World nichts. Der namenlose Mann und der Junge, die beiden Hauptfiguren, bewegen sich am Rande ehemaliger Städte. Sie folgen ihrer Straße Richtung Küste durch ländliche Gegenden, über Highwaystücke, die wie abgestorbene Gliedmaßen ins Nichts ragen, durch sterbende Wälder und am Rande von seit jeher totem Suburbia.

Der australische Regisseur John Hillcoat hat es gewagt, eine filmische Adaption des vielleicht besten Endzeit-Romans anzugehen und McCarthys poetische Spärlichkeit und seinen dialogischen Minimalismus in Filmbilder zu übersetzen. Der Soundtrack stammt von Nick Cave und Warren Ellis. "Ich mag Genrefilme, aber ich wollte diese typische Ikonografie und jegliche Mad-Max-Elemente bewusst vermeiden. Eben keine Hochhausgerippe oder die umgekippte Freiheitsstatue, das wäre alles zu konkret geworden", sagt John Hillcoat, während an diesem englischen Nachmittag die Sonne scheint, die Vögel pfeifen und sein Sohn lachend über den Spielplatz tollt.


Auf der nächsten Seite: "Das ganze Spektrum des Nichts"...


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aus Intro #186 (Oktober 2010)
 
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