33. Hong Kong International Film Festival
Das beste Kino der Welt
18.06.2009, 10:00, Text:
Max Scharl
Die schönsten und tiefsinnigsten Filme werden längst in Asien gedreht. Die "Intro Edition Asien" trägt dieser Wahrheit Rechnung und bringt zwölf Perlen aus dem Programm des Kölner Labels REM in neuer Edition in den Handel. Birger Binder stellt sie vor. Max Scharl hat sich derweil auf dem 33. Filmfestival von Hongkong umgeschaut.
Ende März 2009 bereitete sich Hongkong, die Metropole im Süden Chinas, auf ein mehrwöchiges Filmspektakel der Superlative vor: das 33. Hong Kong International Film Festival, welches bereits nach den ersten Tagen für Furore sorgte.
Selbst nach der Rückgabe an China im Jahre 1997 unterscheidet sich die einst britische Kronkolonie immer noch sehr stark vom Festland: Eine Demokratie existiert hier - zumindest offiziell - ebenso wie Pressefreiheit und freie Marktwirtschaft. Der Konsum wird in der "Sonderverwaltungszone" hemmungslos gelebt und geliebt, weswegen das HKIFF eine Bewährungsprobe für ausländische und lokale Filme darstellt. Schon seit 1977 wird das internationale Filmfestival in Hongkong abgehalten und zählt somit zu den ältesten und prestigeträchtigsten in ganz Asien. Kein Wunder, denn das Kino der Hafenstadt gilt als eines der besten auf dem Kontinent.
In den sogenannten "duftenden Hafen" verschlug es auch dieses Jahr bekannte Namen und Gesichter. Regisseur Derek Yee und Altmeister Jackie Chan präsentierten ihr neuestes Werk "Shinjuku Incident" erstmals der Weltöffentlichkeit. Der Film erregte aus mehreren Gründen Aufmerksamkeit: Der Jugendheld der 80er zeigt sich von seiner bisher düstersten und brutalsten Seite. Dass in einigen Szenen rohe Gewalt als Stilmittel eingesetzt wird und Sympathieträger Chan später in eine eher zweifelhafte Rolle verfällt, hatte das Premieren-Publikum nicht erwartet. Zusätzlich ereilte "Shinjuku Incident" nach wenigen Tagen wegen des politisch brisanten Themas ein Verbot in China. Es geht nämlich um Flucht und Migration aus politischen Gründen. Die Handlung spielt in den 90er-Jahren. Der Protagonist namens Steelhead (Jackie Chan) strandet mit chinesischen Landsleuten an der Küste Japans. Die Schiffsbrüchigen fliehen vor der Polizei in die Städte, um dort unterzutauchen und als illegale Einwanderer Arbeit zu finden. Steelhead ist angereist, um seine Freundin Xiu Xiu (Xu Jinglei) zu suchen, während die anderen in das "Land der aufgehenden Sonne" geflüchtet sind, um ein neues Leben zu beginnen. Die Regierung in Peking zeigte wenig Verständnis. Eine Tatsache, die auf dem Festival selbst nicht diskutiert wurde. Denn über Politik zu sprechen ziemt sich in Hongkong trotz "Pressefreiheit" nicht.
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