Elektrokohle (Von wegen)
Ein Film von Uli M. Schueppel
29.05.2009, 16:00, Text:
Thomas Venker
[1 Kommentar]
Am 21. Dezember 1989 spielten die Einstürzenden Neubauten ihren ersten Auftritt im Osten Berlins, im Wilhelm-Pieck-Saal der VEB Elektrokohle. Die Mauer war gerade gefallen, die DDR jedoch noch nicht abgewickelt.
Noch mehr aufgeladen wurde der Abend dadurch, dass Heiner Müller und eine Delegation französischer Minister das Konzert besuchten - Müller selbst hielt die einführende Rede und wies auf die drei Geburtstage des Tages hin: den von Stalin (wobei alle pfiffen, bis er verkündete, dass die Neubauten nun die von diesem einst errichteten Gebäude einstürzen ließen), des evangelischen Theologen und Revolutionärs des Bauernkrieges Thomas Müntzer sowie von Mufti, dem Schlagzeuger der Neubauten. Mit dabei: Uli M. Schueppel und seine Kamera.
Das damals aufgenommene Material liefert nun die Basis für seinen anlässlich des 20-jährigen Jubiläums vorgelegten Dokumentarfilm "Elektrokohle (Von wegen)" - als zutragenden Überbau wiederholte Schueppel den Weg zum Konzert mit damaligen BesucherInnen und sprach dabei über die seitdem stattgefundenen Veränderungen.
Auf dem Papier klingt diese Idee gar nicht schlecht, die Umsetzung ist allerdings zu langatmig geraten. Neben einigen spannenden Erinnerungen und Reflexionen zur Umbruchphase und den Folgen des Systemwechsels wird einfach viel zu viel Banales erzählt. Hier hätte mehr Schnitt der Dynamik des Films gutgetan, dem Originalmaterial von damals aber leider auch. Zwar handelt es sich dabei um den mit Abstand interessantesten Teil der Dokumentation, leider ist aber allzu offensichtlich, dass damals nicht mit der Intention, daraus einen Film zu machen, aufgenommen wurde. Abseits all dieser stilistischen Kritik sind die Aufnahmen vom Grenzübergang der Neubauten, die Begegnung der Band mit den Konzertbesuchern aus der DDR und das Konzert selbst aber tolle zeitgeschichtliche Dokumente.
Elektrokohle (Von wegen) (D 2009; R: Uli M. Schueppel; D: Einstürzende Neubauten; 28.05.)
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Hauptmann Fuchs 15.04.2010 | 21:16:43
zur Klärung eines Sachverhalts
heute (15.4.2010) 23:30, rbb.
wenn ich mir die dvd gekauft hätte, würde ich mich ärgern, dass nur ca. 5 minuten musik drauf sind, aber für ein gelunger dokumentarfil ist es auf alle fälle. "langatmig" stimmt stellenweise, wobei ich das nicht auf das archivmaterial sondern auf die neuen interviews beziehen würde.
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