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The Happening

USA 2008

[R: M. Night Shyamalan; D: Mark Wahlberg, Zooey Deschanel; 12.06.]

27.05.2008, 12:18, Text: Alexander Dahas
[4 Kommentare]

M. Night Shyamalans Charaktere wirken blass, seine Storys zäh, ihre Wendungen unwillkürlich. Und dennoch ist der Regisseur des neuen Mystery- und Katastrophen-Hammers "The Happening" erfolgreich. Nicht ganz zu Unrecht, findet Alexander Dahas, und erklärt warum. Er war außerdem in New York dabei, als "The Happening"-Hauptdarstellerin Zooey Deschanel mit Matt Ward als She & Him das Publikum in ihren Bann zog.[ad]

Mit einem Happening assoziiert man spätestens seit den 60er-Jahren eine Freiform-Performance, deren künstlerischer Wert, wenn nicht in ihrem revolutionären Gebaren, dann zumindest in der Interaktion der Beteiligten liegt.

Das Publikum ist sowohl Rezipient als auch Gestalter der Veranstaltung, was allemal spannender zu sein verspricht als das traditionelle Bestaunen der Künstler, der verrückten. Alle müden Konnotationen des Wortes sind hingegen ebenfalls wohlverdient: Jedes Ereignis, bei dem die bloße Anwesenheit die maßgebliche Eigenschaft ist, verschwindet schnell hinter der Masche.

Wenn die aktuelle Kinolandschaft beizeiten an diese Verhältnisse erinnert, liegt das allerdings weniger am kreativen Output der Filmschaffenden als vielmehr an einer Vermarktung, die Originalität als Risiko einstuft. Im Kino ist das Happening zum Event geworden, zur Materialschlacht, für die man keinen Eintritt, sondern einen Unkostenbeitrag entrichtet. Filme wie "Iron Man" oder "Speed Racer" protzen mit ihren Budgets und gerieren sich in ihrem dumpfen Radau wie Feiertage, die man zwar hassen, aber nicht verpassen darf. Der Anspruch, auch jenseits der Programmkino-Umlaufbahn mit visionären Bildern bedacht zu werden, hat am ehesten gelitten. Unvoreingenommen in die Multiplexe zu gehen, ohne in die herbeiinszenierten Partisanenrollen von entweder Popcornfresser oder Filmnerd zu verfallen, wird immer schwieriger.

Eine der augenfälligsten Gelegenheiten, die vermeintliche Schnittstelle zwischen "gut" und "erfolgreich" in Augenschein zu nehmen, bildet die überraschende Popularität von Manoj Nelliyattu Shyamalan, der unter seinem Künstlernamen M. Night publikumswirksame Filme mit teilweise demonstrativ zur Schau gestelltem künstlerischen Anspruch dreht. Shyamalan gilt als mindestens egozentrischer, wenn nicht schlichtweg unausstehlicher Typ. In Interviews vergleicht er sich gerne mit den großen Gefallsüchtigen von Steven Spielberg bis Bob Dylan. Genau wie sein Idol Alfred Hitchcock träumt er davon, den eigenen Namen auf den Filmplakaten noch über denen der Stars zu lesen. Aber Shyamalan ist nicht nur ausgesprochen gläubig und ein wahrer Dickkopf, wenn es um sein Talent als Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler geht, er ist auch ausgesprochen erfolgreich. Seine ersten vier großen Studioproduktionen gehören allesamt zu den Top-Einspielern des jungen Jahrhunderts, und der Name des Regisseurs selbst gilt inzwischen als Ein-Mann-Show, als Markenzeichen - einigen Kritikern zufolge sogar als eigenes Genre.

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aus Intro #161 (Juni 2008)
 
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  • SimonPaul 12.06.2008 | 14:57:54

    Warum die Menschen kollektiv Selbstmord begehen, liegt an einem Bitfehler in ihren Gehirndatensätzen, beschrieben in "Daniela.exe" von Simon Paul, veröffentlicht Oktober 2007 (Haag-und-Herchen Verlag). Hier online: http://danielaexe.homepage24.de

  • User: hatebag
  • hatebag 31.08.2008 | 13:48:48
    You're welcome
    In "The Happening" geht es um eine Art Seuche, die sich in Windeseile ausbreitet und allem Anschein nach das Nervensystem ihrer Opfer verändert - die "Körperfresser" lassen grüßen. Menschen werden stumm, unansprechbar, unvernünftig und sterben schließlich, Parallelen zu Selbstentmündigung und Bürgerrechtspreisgabe durchaus erwünscht. "The Happening" ist die Art einfacher Katastrophenfilm, der sich praktisch wie von selbst dreht und dabei nicht von ungefähr an Vorbilder wie "Krieg der Welten" oder auch "Outbreak" erinnert.

    Mich hat der Film eher an "Die Lemminge" erinnert. Der vermeintliche Twist am Schluss war jetzt auch nicht so der Killer.

  • buenaventura 31.08.2008 | 13:58:36
    hashomer
    das posting davor ist aber witziger, hatebag.

  • User: hatebag
  • hatebag 31.08.2008 | 14:15:17
    You're welcome
    Das bezog sich jetzt auch nicht auf das vorhergehende Posting (falls der Eindruck entstanden sein sollte)

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