Paranoid Park
R: Gus Van Sant;
[D: Gabe Nevins, Taylor Momsen, Jake Miller]
24.04.2008, 12:35, Text:
Pascal Jurt
Skate till someone dies: Gus Van Sant variiert in seinem jüngsten Film "Paranoid Park" noch mal das Todesthema samt Adoleszenz-Sorgen in der Welt der Erwachsenen. Sein junger Held Alex ist ein Raskolnikoff auf Rollen. Die Schuldfrage wird atmosphärisch gelöst.
Gus Van Sant kehrt mit seinem jüngsten Film "Paranoid Park" nach Oregon zurück. Die Bilder von Portland. Die Brücke zwischen den Ufern. Die ockerfarbenen und rot schillernden Herbstbäume. Der bewölkte graue Himmel. All das wirkt sofort vertraut. Der Regisseur variiert noch einmal das Todesthema seiner vorausgegangenen Trilogie. "Paranoid Park" spielt außerdem nicht nur am selben Ort, geografisch, sondern im selben sozialen Milieu - in der amerikanischen Mittelklasse.
Gus Van Sant, US-Independent-Ikone und sensibler Chronist des Heranwachsens, porträtiert stets junge Outsider, die sich den sozialen Disziplinierungszwängen widersetzen. Anders als in den Filmen der Trilogie, die den Zugang zu den Emotionen und Gedanken der Protagonisten verweigerten, zielt "Paranoid Park" allerdings mitten auf die Gefühlswelt des Teenagers. Es ist die aufregende Geschichte des 16-jährigen Skaters Alex (Gabe Nevins). In einer der ersten Einstellungen sieht man den Jungen, der die Ferien bei seinem Onkel an der Küste Oregons verbringt. Dort sitzt er einsam auf einer steinernen Bank am Hügel. Mit einem Bleistift macht er Einträge in sein Notizbuch. Wenn der Film beginnt, sind die wichtigsten Ereignisse schon geschehen. Alex erinnert sich in Rückblenden. Ein komplexes Mosaik aus Fakten offenbart nach und nach: Alex hat den Tod eines Sicherheitsmannes zu verantworten.
Der Highschool-Schüler und sein Freund Jared (Jake Miller) streunen somnambul durchs sogenannte Leben. Magisch angezogen werden die beiden Jungs vom Skatespot "Paranoid Park". Als Alex' Vater mit einem Buddy Ferien macht, zieht der Sohn zu seinem Kumpel. Sie beschließen, an einem Tag, wenn Jareds Eltern weg sind, wieder an den Platz zurückzukehren, wo sich die Street-Skater und andere Outlaws treffen. Als Jared wegen eines Dates mit einem Mädchen den Plan abbläst, geht Alex alleine hin. Der 16-Jährige wird von einem älteren Skater zum Bahnsurfen mitgenommen, wo er zufällig mit einem Ordnungshüter in eine Auseinandersetzung gerät. Beim Gerangel fällt der Ältere auf ein Gleis und wird von dem herannahenden Zug erfasst. Wie in einem Albtraum schaut Alex auf den zerteilten Leib des Wachmannes. Das Reale bricht in die éducation sentimentale ein.
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