Vineta
D 2006
[R: Franziska Stünkel; 03.04.]
18.03.2008, 17:28, Text:
Birgit Binder
Wie ist eine Verbindung von Arbeitssucht mit sozialsystemischer Kritik zu bewerkstelligen? Franziska Stünkel gelingt das Kunststück in intensiven Szenen und dank erstklassiger Ensemblearbeit mit ihrem Spielfilmdebüt "Vineta".
Der Makel einer zu arg strapazierten Ausgangsmetapher sollte ihr verziehen werden. Warum? Weil deutsches Nachwuchskino derzeit zu wenige Stünkels auf die Leinwand lässt. Autorenfilmer also, die sensibel nach der Wunde "Arbeitsgesellschaft" tasten. Nicht, weil sie blindwütig wehtun wollen, sondern um den Schmerz daran sichtbar zu machen.
Wer kennt keinen Typen in seiner näheren Umgebung, der so ist wie die Figur des Architekten Sebastian Färber? Begabte Hochleistungsmotivierte gibt es en masse. Sie sind vermehrt in Berufsgruppen der (Zwangs-) Selbstständigen zu finden - medizinisch, lehrend, organisatorisch, künstlerisch und pflegerisch tätiges Personal -, alle für sich ausgestattet mit dem verführerisch schillernden Tröpfchen "Freiheit" in ihrer Arbeitsgestaltung.
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