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Chiko

D 2007

[R: Özgür Yildirim; 17.04.]

18.03.2008, 17:19, Text: Bettina Schuler
[7 Kommentare]

Ein aufgetunter Mercedes, ein fettes Appartement in der Stadt und eine neue Niere für Chikos Mutter. Die beiden Buddys Chiko (Denis Moschitto) und Tibet (Volkan Özcan) wissen genau, was sie wollen - und wie sie es erreichen können.


 

Drogendealer heißt das Zauberwort, das sie zum Glück führen soll. Doch dafür müssen sie sich erst mit dem Hamburger Drogenboss Brownie (Moritz Bleibtreu) kurzschließen. Der gibt den Novizen eine Chance, die der trottelige Tibet jedoch ordentlich in den Sand setzt. Ohne Chikos Wissen unterschlägt er Geld bei ihrem ersten Deal und muss dafür von Brownies Schlägercrew eine ordentliche Tracht Prügel einkassieren. Soll Chiko sich nun aus Loyalität auf die Seite seines Freundes schlagen oder beim Chef, der ziemlich angetan von dem cleveren Kerlchen ist, im Schnellschritt die Karriereleiter erklimmen?

 

Die Handlung von Özgür Yildirims Regiedebüt ist alles andere als neu und ziemlich vorhersehbar. Besonders an "Chiko" ist jedoch die Härte und Brutalität, mit der die Geschichte der beiden Freunde erzählt wird, die aus ihren einfachen Verhältnissen ausbrechen wollen. Dabei orientiert er sich an so großen Vorbildern wie Scorsese und Fatih Akin, der Yildrims Debüt auch produzierte.

 

Durch die klischeehaften Sätze, die der Regisseur seinen Protagonisten in den Mund legt, verdeutlicht er wohl tatsächlich am besten den Zwiespalt zwischen ihrem weichen Kern und harten Äußeren, das sie zum Überleben an den Tag legen müssen. Und das ihre Ärsche schlussendlich doch nicht rettet.



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aus Intro #159 (April 2008)
 
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  • User: omg
  • omg 30.03.2008 | 14:28:01

    lady bitch ray jetzt auch noch im kino! trailer

  • User: Trmz
  • Trmz 30.03.2008 | 14:39:54
    SCHINGGG!!
    und das ganze ohne oktay özdemir!!

  • User: snorej
  • snorej 30.03.2008 | 16:00:28

    ach, ich glaub ich will das gar nicht sehn.

  • User: omg
  • omg 31.03.2008 | 17:07:46

    Dieses Jahr debütieren Sie als Schauspielerin in dem Film "Chiko" des Regisseurs Özgür Yildirim. Sie spielen eine Prostituierte. Die Rolle hat Ihnen doch sicher gefallen?

    Nein, nein. So einfach war das alles nicht. Ich bin von Fatih Akin gefragt worden und habe lange überlegt, ob ich diese Chance ergreifen soll.

    Sie haben gezögert?

    Ja, denn es gibt eine Hardcore-Bettszene, und ich wollte nicht, dass mein Vater das mal sieht.

    Warum wollen Sie das nicht? Immerhin prahlen Sie damit, so offenherzig zu sein.

    Nein, dafür werde ich sorgen. Ich möchte nicht, dass er mich so sieht. Es ist ein Unterschied für mich, ob ich mich nackt zeige oder öffentlich rumficke. Aber er weiß von der Szene.

    Warum haben Sie denn mitgespielt?

    Es war mir dann doch wichtiger, eine emanzipierte türkische Frau zu spielen. Ich habe diese Rolle mit Würde gedreht und keinen Porno wie Sibel Kekili, sondern eine künstlerisch und politisch anspruchsvolle Figur. Ich will, dass die türkischen Frauen selbstbewusster werden. Ich stelle mich hin, nehme die türkische Fahne und möchte, dass türkische Frauen auch Filme drehen können, ohne dass sie abgestempelt werden. Bin ja nicht umsonst ne Rapperin.

    Was sagen Ihre Eltern zu Ihrer Arbeit?


    Mein Vater liebt mich, ihm ist es egal, was ich mache. Natürlich gab es früher Konflikte, ich fing schon mit zwölf an, mich extrem zu entwickeln, und wollte schon damals Rapstar werden. Meine Waffe war aber meine Bildung: Ich war immer gut in der Schule, und das war meinen Eltern wichtig. Meine Mutter lacht darüber. Sie will wissen, warum ich das mache, und wenn ich dann sage, wegen der Emanzipation, dann antwortet meine Mutter: Ach so, du kämpfst den gleichen Kampf wie die Frau mit der Brille.

    interview

  • User: omg
  • omg 02.04.2008 | 10:33:09

    taz: Frau Sahin, sind Sie ein "armes Provokationswürstchen im goldenen Glitzerdarm"? So hat Sie ein Journalist der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bezeichnet.

    Reyhan Sahin: (kreischt) Journalisten versuchen immer, sprachlich kreativ zu sein. Das ist dem Autor aber hier nicht gelungen. Seine Mutter ist ein armes Provokationswürstchen. Außerdem kann man dicke Menschen so bezeichnen, aber mich nicht. Ich habe die geilste Figur - und bin kein armes Opferwürstchen.

    Auf der Internetseite myspace.de werden Sie teilweise wüst beschimpft. Provokationswürstchen ist da noch diplomatisch. Stört Sie das?

    Nö, ich brauche meine Feinde und meine Kritiker. Ich will nicht von jedem gelobt werden. Ich finde es geil, dass Menschen sich an meiner Person erregen.

    Was soll denn daran geil sein?

    Diese Gesellschaft ist so glatt gebügelt und verlogen, dass es doch kein Wunder ist, wenn man sich mit seiner eigenen Meinung Feinde macht. Wahnsinn, mit welch wenigen Worten ich Aufsehen erregen kann. Es ist auch ein Spiel für mich. Wäre ich keine Rapperin, dann wäre ich heute eine Boxerin. Ich habe viel Wut in meiner Möse, und die muss ich rauslassen. Ich fände es schade, wenn die Menschen nichts zu mir zu sagen hätten.

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