Boardwalk Empire
Es wird eng im Serien-Olymp
19.01.2012, 12:46, Text:
Alexander Dahas
Goldene Grauzonen im Glanz der Prohibition. Steve Buscemi und Co. zelebrieren die Lust am stilvollen Gangstertum.
Vegane Punkermädchen werden erst durch ihren sozialunverträglichen Kokainkonsum richtig interessant. Auch die bürgerliche Mitte freut sich klammheimlich über allerhand Strafbares. So erklärt sich die Volkstümlichkeit von Nucky Thompson, dem historisch verbürgten Gangster-Politiker, der zu Zeiten der Prohibition Atlantic City zum halbseidenen Vergnügungspark für Erwachsene umbaute. Dargestellt wird er in Terence Winters Emmy-prämierter Serie von Steve Buscemi, dem man jede Verschlagenheit ohne Weiteres zutraut und der hier als Wiedergeburt Thompsons erscheint.
Regie bei der ersten Episode führte Martin Scorsese. »Boardwalk Empire« ist schon rein optisch ein Unternehmen im Großformat mit den Production Values eines Hollywoodfilms, dessen größter Aktivposten aber das bis dato wohl komplexeste Serien-Drehbuch ist. Bei der qualitativ hochwertigen Konkurrenz der letzten Jahre wird es langsam eng im Serien-Olymp. Diese Gangsterballade hat sich einen Platz freigeschossen.
Intro empfiehlt: »Boardwalk Empire – Die komplette erste Staffel« (USA 2010; R: Martin Scorsese, Allen Coulter; D: Steve Buscemi; Warner Home)
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