Die Welt in 10 Millionen Jahren
Der Herr der Tricks
17.08.2010, 14:13, Text:
Cay Clasen
Ralph Bakshi schuf in den 70er-Jahren das Genre des Trickfilms für Erwachsene. Seine berühmte Trilogie beinhaltet auch die Verfilmung des ersten Teils von „Herr der Ringe“. Der erste Teil der Bakshi-Trilogie aber war und ist der interessanteste. Von Cay Clasen.
Wer sich schon immer mal gefragt haben sollte, wie sich die Genres Fantasy und Kriegsfilm vor dem Hintergrund einer post-atomaren Zukunft geschickt verbinden lassen, dem sei die nicht nur von Besitzern zwölfseitiger Würfel lang ersehnte Wiederveröffentlichung des Animationsklassikers „Die Welt in 10 Millionen Jahren“ ans Herz gelegt.
In den 70er-Jahren galt Bakshi als Pionier, schuf im Umfeld von Disneys Dominanz ein Genre, das es so vorher nicht gegeben hatte: den Zeichentrickfilm für ein erwachsenes Publikum. Erste Erfolge verbuchte Bakshi mit „Heavy Traffic“ und „Fritz The Cat“. Zwar distanzierte sich Robert Crumb von Bakshis Adaption, doch die Kassen klingelten. Dies ermöglichte Bakshi, eine Fantasy-Trilogie in Angriff zu nehmen, deren Kernstück sein bekanntester Film „Der Herr der Ringe“ bildete und die mit „Fire And Ice“ ihren Abschluss fand.
Am Anfang stand mit „Die Welt in 10 Millionen Jahren“ der wohl interessanteste Film der Reihe. Die Erde wird nach einem nuklearen Schlag, den nur wenige Menschen überlebt haben, von Mutanten und Fabelwesen bevölkert. Vor diesem Hintergrund erzählt Bakshi die Geschichte um den Kampf über die Weltherrschaft zwischen den Mächten der Technologie und der Magie. Symbolisiert werden diese durch zwei Zauberer und Brüder: Blackwolf und Avatar. Der gutmütige Avatar hatte dereinst die Thronübernahme durch seinen machthungrigen und bösen Bruder Blackwolf vereitelt und herrscht seitdem selbst über das idyllische Montagar und dessen friedliche Bewohner. Der gedemütigte Blackwolf ist in den Folgejahren zum Anführer des dunklen Landes Scortch aufgestiegen und plant, von dort aus mit einer Armee der Mutanten die Weltherrschaft zu übernehmen. Dieses Vorhaben scheitert mehrfach am mangelnden Kampfeswillen der Mutanten. Als er die Traummaschine findet, einen alten Filmprojektor, scheint sich das Blatt zu wenden. Mit alter Nazipropaganda und Kriegstechnik beginnt er seine Mutanten für die entscheidende Schlacht aufzupeitschen. Technische Perversionen als Ausgangspunkt für ideologischen Massenmord und Atomkrieg treffen auf naturverbundene Fabelwelten.
Intro empfiehlt: „Die Welt in 10 Millionen Jahren“ (USA 1977; R: Ralph Bakshi; D: Bob Holt, Steve Gravers, Mark Hamill; Koch Media)
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Alle Artikel von Cay Clasen
Kommentare
Artikel kommentieren - Mehr Forumsdiskussionen
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
DVD-EMPFEHLUNGEN
- » A Beginner’s Guide To Endings...
- » Night Of The Living Dead - Wi...
- » Misfits - Die erste Staffel
- » Ashes To Ashes - Byzantinisch...
Anzeige

