Intro Edition Asien
Zweite Runde: 12 neue Meisterwerke auf DVD
20.05.2010, 12:42, Text:
Alexander Dahas
Die Hommage an das vielseitige asiatische Kino geht in die zweite Runde: zwölf hervorragende Filme von zwölf herausragenden Regisseuren. Das ist der rote Faden der diesjährigen Fortsetzung der Intro Edition Asien. Den ersten Teil gibt es als Sammelbox.
Die Sammlerbox steht im Schrank, ab Juni präsentiert die Intro Edition Asien erneut eine Auswahl von zwölf Filmen, bei der Einsteiger und Experten gleichermaßen auf ihre Kosten kommen.
Vier Jahrzehnte asiatisches Kino ermöglichen eine Blütenlese quer durch alle Genres, für die Neugierde und Aufgeschlossenheit die einzigen Voraussetzungen sind. Ob Schwertkämpfer-Action, Horror-Allegorie, Fantasy-Anime oder High Drama – der Großteil der vorgestellten Filme zählt schon jetzt zu den Klassikern, die sich einer klaren Einordnung entziehen.
Den ersten Veröffentlichungs-Doppelpack, dem im Monatsrhythmus bis Anfang November fünf weitere folgen werden, bilden Satoshi Kons Anime "Perfect Blue" aus Japan und der Cannes-prämierte "Secret Sunshine" des Südkoreaners Lee Chang-dong. Damit deutet sich bereits an, dass die Edition ihrer Maxime treu bleibt, Filme unterschiedlicher Regisseure aus ganz Asien zu featuren. Es gibt diesbezüglich wieder keine Doppelungen. Am Ende des Jahres werden es 24 Filme von 24 verschiedenen Filmemachern sein.
"Secret Sunshine" ist eine intime und schonungslose Meditation über Wut und Trauer einer gebeutelten Frau. Nicht weniger gründlich setzt sich der Anime "Perfect Blue" mit den Mechanismen der Macht im Pop-Business auseinander. "Duelist" und "A Woman Called Abe Sada" werden im Juli auf je völlig verschiedene Weise eine härtere Gangart einlegen. Lee Myung-Sees "Duelist" ist eine südkoreanische Martial-Arts-Extravaganz, "Abe Sada" von Noburo Tanaka dagegen ist die skandalträchtige Mörderballade einer Penis-schlitzenden Geisha mit höheren Motiven. "Yentown – Swallowtail Butterfly" kommt im August dazu. Shunji Iwais irrer Film täuscht so etwas wie sozialen Realismus in einem Tokioter Rotlichtviertel vor, bevor sich der Trip in luftigere Fantasy-Gefilde aufschwingt. Soft-Science-Fiction gibt es zum gleichen Datum bei Shu Lea Cheangs "I.K.U. – This Is Not Love – This Is Sex", der Geschichte eines Sexdaten sammelnden Marktforschungs-Cyborgs, die vielen prekären Freiberuflern unter uns zwar bekannt, aber weniger romantisch vorkommen dürfte.
Im September fesselt dann Japans Star-Regisseur Sion Sono mit der berückenden Story einer Bestsellerautorin, die eine wahrlich monströse Geschichte zu erzählen hat: "Strange Circus". Im zeitgleich erscheinenden chinesischen Liebesdrama "Perhaps Love" (Regie: Chan Ho-sun) werden insgesamt versöhnlichere Töne angeschlagen. Doch auch die schicksalhafte Dreiecksbeziehung im Filmmilieu atmet emotionale Wahrhaftigkeit. Der Oktober bringt wenig später Higuchinskys vor Fantasie überbordenden "Uzumaki – Out Of This World" sowie "Die Tragödie der Belladonna", Eiichi Yamamotos erotischen Fantasy-Anime mit leicht satanischen Untertönen. Den Abschluss bilden im November dann "Ichi – Die blinde Schwertkämpferin" von Fumihiko Sori und Kihachi Okamotos Klassiker "Sword Of Doom". Zwei Klingengewitter aus unterschiedlichen Epochen, die zeigen, dass märchenhafte Storys und Virtuosität mit der Waffe immer noch cineastische Grundbausteine sein können.
Alle Filme findet ihr unter www.intro.de/editionasien
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