Antichrist - 3 Gründe Lars von Trier zu mögen, obwohl er ein Unmensch ist Artikelbild (groß)

Antichrist

3 Gründe Lars von Trier zu mögen, obwohl er ein Unmensch ist

15.03.2010, 16:24, Text: Intro
[19 Kommentare]



Egozentrisch, frauenfeindlich und generell schlecht erzogen - drei negative Charaktereigenschaften die kennzeichnend für Lars von Trier sind. Aber der Däne hat auch gute Seiten.

Lars von Trier ist ein egozentrischer, frauenfeindlicher und generell schlecht erzogener Choleriker mit Diktator-Allüren, der seine Schauspieler gerne am Rande des Nervenzusammenbruchs hält. Außerdem sieht er aus wie ein Grottenolm. Aber der Däne hat auch gute Seiten:

1. Lars Trier ist kein Name, sondern ein Sammelbegriff. Auf der Filmhochschule verarschten ihn die Kommilitonen deswegen mit einem höhnisch adeligen "von". Trier blieb dabei und zeigte Spuren von Selbstironie.


2. Mit "Hospital der Geister" drehte Lars von Trier eine Krankenhausserie mit Horroreinschlag, die skandinavischen Humor bis an die Schmerzgrenze betrieb. Sprüche wie "Mit Plutonium zwingen wir euch Dänen auf die Knie!" gehören inzwischen zur Folklore.

3. Lars von Triers Flugangst gilt nicht nur als charmantes Zugeständnis an menschliche Regungen im Allgemeinen, sondern verhinderte bereits eine Zusammenarbeit mit Steven Spielberg und eine Wagner-Inszenierung in Bayreuth. Sympathien durch Unterlassung also.
 

Intro empfiehlt
Antichrist
(DK 2009; R: Lars von Trier; D: Charlotte Gainsbourg, Willem Dafoe; MFA / Ascot Elite)



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  • User: sallycinnamon
  • sallycinnamon 18.05.2011 | 22:40:09

    Oh mann, ... freue mich trotzdem auf den Film.

  • User: der kackofant
  • der kackofant 19.05.2011 | 09:58:08
    kannibalist
    *achselzuck*
    war jetzt vielleicht nicht unbedingt nötig, aber wer so einer billigen provokation auf den leim geht, ist eindeutig selber schuld.

  • Silo Tharrazin 19.05.2011 | 10:11:52

    Der Kackofant versteht Lars von Trier.

  • User: Punkcow
  • Punkcow 19.05.2011 | 16:36:14

    Immerhin sympathisiert er nicht mit Franz Antel!

  • Bin Bessar Nichdaar 19.05.2011 | 16:49:21
    Flockig, hauchig, griffig
    Oder darüber, warum die Flaschen auf dem Tisch alle liegen und nicht stehen.

  • slushpuppy 07.10.2011 | 19:05:32

    Ein Meisterwerk. Der Schluß war das Beste.

  • slushpuppy 13.10.2011 | 18:30:34

    War denn niemand ausser mir in Melancholia?

  • slushpuppy 15.10.2011 | 13:48:48

    Naja, es ist schon etwas krank, dass er immer nur Frauen mit schwachen Charaktären zeigt, aber die Story ist einfach klasse.

  • reinz 15.10.2011 | 14:01:09
    heute so morgen so
    das wird zwar immer so vorgekaut, stimmt aber doch einfach nicht. seine frauen haben starke charaktäre, fahren am ende nur immer gegen die wand, weil lars so ein pessimist ist. die männer treiben die frauen ins verderben (breaking the waves), zum äußersten (dogville, dancer in the dark) oder sind erbärmliche feiglinge (melancholia).

    Editiert von reinz am 15.10.2011 14:02:16

  • slushpuppy 15.10.2011 | 18:48:51

    sehe ich nicht so, er zeigt immer Frauen, die eine ledierte Psyche haben, sei es breaking the waves, Antichrist oder Melancholia, das hat schon etwas sehr zynisches. Männer sind auch nicht unendlich belastbar, er zeigt aber Männer meist als starke Persönlichkeiten.

  • User: ZeroUno
  • ZeroUno 17.10.2011 | 10:48:40
    says
    quatsch mit soße, ich kanns nicht mehr hören...

  • User: ZeroUno
  • ZeroUno 19.10.2011 | 16:11:31
    says
    Aus der Frankfurter Rundschau:

    Lars von Trier wurde oft als misogynes Ekel gescholten, weil er Frauenbilder inszeniert, die zu verstörend wirken, als dass sie sozialen Übereinkünften entsprechen könnten. Tatsache aber ist, dass Schauspielerinnen bei ihm etwas dürfen, was ihnen andere Filmemacher verweigern: Sie dürfen erwachsen sein und darüber hinaus sogar bedrohlich. Wann hat man Kirsten Dunst je in einem Hollywood-Film als erwachsene Frau wahr genommen?!
    ...
    In „Melancholia“ geht es nicht um Gott oder das Jenseits. Das hier ist aber auch nicht einfach ein schöner, kluger, gelassener Film über ein Ende, nach dem nichts auf einen wartet. Nein, dies ist eine Offenbarung. Die Offenbarung nach Lars von Trier. Dass dieser Film Atheisten ebenso beeindrucken wird wie Gläubige gleich welcher Konfession ist ein Indiz für die Universalität seines Erlösungsbegriffs. Die Vorstellung vom Weltende hat ja auch etwas Tröstliches: Schluss mit all dem Irrsinn. Und man sieht in „Melancholia“ so viel mehr, als zu sehen ist, als je gezeigt wird. Mehr kann Kino, kann Kunst nicht leisten.

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