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DOUBLE FEATURE

Tonight: Welt am Draht / Alphaville

17.02.2010, 09:56, Text: Alexander Dahas

Zusammen mit den 200 extravaganten Minuten von "Welt am Draht“ bildet "Alphaville“ eine lange Themennacht der Albträume, die mit kühler Eleganz in die Abgründe der Science-Fiction blicken lässt.

Den Gedanken, dass die ganze Umwelt da draußen und alle Leute darin nur inszeniert sind, um ein paar Außerirdischen/Regierungsagenten/Todeswissenschaftlern harte Daten zu liefern, hatte wahrscheinlich jeder schon mal, der die schlampig geschriebenen Dialoge seiner Kommilitonen in der Mensa verfolgt hat. Seit "Matrix“ reden noch ein paar Leute mehr mit ihren Steckdosen und drücken sich in Trilogien aus, dabei liegt das Gute doch so nah:
Bereits 1973 realisierte Rainer Werner Fassbinder nämlich mit "Welt am Draht“ eine dieser Fantasie-strotzenden Dystopien, die vom Heftroman aus die gute Stube schockten. Darin geht es um eine computergenerierte Parallelwelt, innerhalb der die komplette Bevölkerung in dem Bewusstsein lebt, es mit der Realität zu tun zu haben. Die wird allerdings von einem Team von Wissenschaftlern gesteuert, das sich von den Versuchstierchen Erkenntnisse für die "Zukunftsforschung“ verspricht.


Als der Leiter des Instituts eines Tages unter ungeklärten Umständen verschwindet, häufen sich die Unregelmäßigkeiten, und die Grenzen zur Simulation verschwimmen.

Ähnlich gespannt ist das Verhältnis von Alltag zu Brave New World in Jean-Luc Godards "Alphaville“, in dem ebenfalls ein Computer die Geschicke der Moderne lenkt. Menschliche Ausdrucksformen à la Liebe und Kunst sind nicht gerne gesehen in der Stadt der Zukunft, die von einem gewissen Professor Vonbraun erdacht wurde. Privatdetektiv Lemmy Caution (Eddie Constantine) überkompensiert so viel Emotionslosigkeit allerdings durch besonders robuste Ermittlungsarbeit, die ihn von einem Routinefall direkt in die Kreise der Macht führt. Zusammen mit den 200 extravaganten Minuten von "Welt am Draht“ bildet "Alphaville“ eine lange Themennacht der Albträume, die mit kühler Eleganz in die Abgründe der Science-Fiction blicken lässt.



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