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Intro Edition Asien 11 & 12

Riesenmonster und Racheengel

16.10.2009, 16:30, Text: Cay Clasen

Den Abschluss der Asien-Edition von Intro und Rapid Eye Movies bilden Hitoshi Matsumotos einfallsreiche Monsterfilm-Parodie ''Der große Japaner – Dainipponjin'' und Toshiya Fujitas Klassiker ''Lady Snowblood'', Tarantinos Lieblingsfilm.

Superhelden und Racheengel – die beiden abschließenden Filme der Intro Edition Asien könnten thematisch nicht verschiedener sein. Mit ''Der große Japaner – Dainipponjin'' zauberte der japanische Komiker Hitoshi Matsumoto einen brillanten Abgesang auf und zugleich eine liebevolle Hommage an die klassischen mythischen Monsterfilme im Stil einer Mockumentary. Toshiya Fujita schuf mit ''Lady Snowblood'' ein ebenso stilprägendes wie bildgewaltiges Racheepos.


Eines der mit dem japanischen Kino eng verknüpften Genres ist das des Monsterfilms. Nicht nur die Latexmonster-affinen Cineasten freuten sich in gewisser Regelmäßigkeit über Godzilla und Konsorten. So ziemlich jede japanische Großstadt wurde in der Filmgeschichte mehrfach in Schutt und Asche gelegt, während Spielzeuglaster auf Gebäude geworfen wurden und Angst und Schrecken regierten. Hitoshi Matsumoto nun geht in ''Der große Japaner – Dainipponjin'' mit der Prämisse an den Start, dass die Bedrohung durch riesige Monster in Japan Realität ist, man aber durch eine lange Ahnenreihe nicht minder überdimensionaler Superhelden beschützt wird, die sogenannten ''großen Japaner''. Dokumentarisch wird der frustrierende Alltag Daisatos (Hitoshi Matsumoto), seines Zeichens Beschützer in sechster Generation, verfolgt, der von Zeit zu Zeit unter behördlicher Aufsicht zum Knüppel schwingenden Riesen mit steiler Frisur transformiert wird. Dieser kämpft nicht nur gegen Riesenmonster, sondern auch gegen mangelndes Sponsoreninteresse, abflauende Popularität und sinkende Fernsehquoten.


Wenn Gewalt im Spiel ist, sind Frauen im klassischen Kino zumeist in der Opferrolle angesiedelt. Nicht so im Subgenre des Racheengel-Films. Wenn die Grenzen der Schmerzen und Demütigungen überschritten wurden, schlägt hier die Stunde der Vergeltung. Ein Meisterwerk aus diesem Bereich stellt ''Lady Snowblood'' dar. Basierend auf einem Manga, wird hier die Geschichte von Yuki Kashima (Meiko Kaji) erzählt. Sie wurde im Gefängnis nur mit dem Hintergedanken gezeugt, die ermordete Familie ihrer Mutter zu rächen. Nach der Schwertkampf-Ausbildung durch einen ehemaligen Samurai beginnt ''Lady Snowblood'' ihren blutigen Rachefeldzug. Noch heute faszinieren vor allem die visuelle Schönheit und die atmosphärische Dichte dieses Klassikers, der Quentin Tarantino als Hauptinspiration für ''Kill Bill'' diente und so über den Umweg der späten Hommage auch als Ikone im cineastischen Gedächtnis des Westens verankert werden konnte.


Dainipponjin – Der große Japaner (J 2007; R: Hitoshi Matsumoto; D: Hitoshi Matsumoto, Riki Takeuchi, Daisuke Miyagawa; Rapid Eye Movies)

Lady Snowblood (J 1973; R: Toshiya Fujita; D: Meiko Kaji, Toshio Kurosawa, Masaaki Daimon; Rapid Eye Movies)



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