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OSS 117

Der Spion, der sich liebte

23.09.2009, 15:02, Text: Cay Clasen

Sean Connery lebt! Klar, irgendwo in Marbella oder auf Bahamas. Aber auch der Connery aus den frühen Bond-Filmen lebt. Sein maskuliner Magnetismus und seine Aura des sowohl Ladys als auch Martinis killenden Machers jedenfalls sind wieder auf der Leinwand aufgetaucht:

Jean Dujardin nämlich sieht Connery verdammt ähnlich und stolziert in der Rolle des französischen Superagenten Hubert Bonisseur de La Bath, alias OSS 117, durch bonbonfarbene 60er-Retrokulissen, dass es den Zuschauer ob der Detailfreude entweder rührt oder zumindest ab und an schüttelt ... vor Lachen. Zwar hat man es mit der Connery-Schale zu tun, doch im Kern entpuppt sich dieser Stolz des französischen Geheimdienstes in der Agentenparodie ''OSS 117 – Der Spion, der sich liebte'' als Inspektor Clouseau oder Maxwell Smarts Bruder im (Klein-) Geiste. Den überheblichen Spion mit der Lizenz zum Tritt ins Fettnäpfchen verschlägt es 1955 im Auftrag der Regierung nach Kairo, einen Hort von Geheimagenten aus aller Herren Länder.


Unter dem Deckmantel der Tierzucht wird hier gegenseitig sabotiert, intrigiert und spioniert. Ein befreundeter Agent ist verschwunden, ebenso ein russischer Frachter, der Waffen an Bord hatte. Wie all dies mit den muslimischen Adlern des Cheops, der Rache eines Nazis (Richard Sammel) und der Familie des gestürzten Königs zusammenhängt, erschließt sich OSS 117 nicht auf Anhieb. Studiert er doch lieber das Wesen der Hühnerzucht sowie die Frauenwelt (Bérénice Bejo, Aure Atika), wenn er nicht gerade den Muezzin verprügelt, durch Kairos Gassen irrt oder Fotos des französischen Präsidenten verschenkt. Dank Oliver Kalkofes kongenialer Synchronübersetzung sind die ägyptischen Abenteuer der ultimativen französischen Geheimwaffe nun auf DVD zu erleben und für jeden Connaisseur der gehobenen Albernheit ein absolutes Muss!

OSS 117 – Der Spion, der sich liebte (F 2006; R: Michel Hazanavicius; D: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, Richard Sammel, Aure Atika; Koch Media)



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