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Book Of Blood

18 Monate Nacht

23.09.2009, 14:43, Text: Lars Brinkmann

In 18 Monaten der Nacht abgerungen, gehören Clive Barkers ''Books Of Blood'' zu den späten, seltenen und vielleicht auch letzten Meisterwerken des modernen Horrors. Der schließlich zwischen 1984 und 85 in sechs Büchern veröffentlichte Zyklus hat nichts von seiner Faszination verloren und wird auch in Zukunft als ein Maßstab für sprachlich gehobenen wie expliziten Horror dienen.

Die diversen geplanten ''Filme des Blutes'' standen unter einem schlechten Stern. Eine ganze Serie von Kurzfilmen wurde angekündigt, es gab queere Arthouse-Projekte, hundert Drehbuch-Entwürfe, tausend Meetings und dann: doch nichts.


Doch Barker ist dunkel genug, darum zum Lichtblick: ''Book Of Blood'' ist jetzt in jeder Dorf-Videothek erhältlich. Vorausgesetzt, der geschmäcklerische Disponent entscheidet sich nicht lieber für ''Hostel 4'', weil auf dem Cover irgendein Babe am Haken hängt. Nach ''Hellraiser'' ist ''Book Of Blood'' der erste Film, der sich treu an die Vorlage von Clive Barker hält.



Als geschicktes Kompositum aus Epilog und Prolog bzw. der ersten und letzten Geschichte des Zyklus’ erzählt der Film die Story von Dr. Florescu (unheimlich: Sophie Ward) und ihrem scheinbar hochbegabten Medium Simon McNeal (nett: Jonas Armstrong). Auf der letzten Seite der ersten Geschichte heißt es: ''Er war ein Blutbuch und sie sein einziger Übersetzer ...'' – der Rest sei der Fantasie und ein paar Internet-Fundstücken überlassen. 22 Jahre nach dem Schuld&Sühne-Drama ''Hellraiser'' hat sich mit dem Regisseur der ''Dune''-Miniserie, John Harrison, endlich wieder jemand getraut, eigene Bilder für Barkers Geschichten einzufangen – fündig wurde er übrigens tief im ungemütlichen Herzen Edinburghs. Die bei uns noch nicht offiziell gestarteten BOB-Verfilmungen ''Dread'' und ''The Midnight Meat Train'' lassen darauf hoffen, dass in den nächsten Jahren mit einer Barker-Renaissance zu rechnen ist ...

Book Of Blood (GB 2008; R: John Harrison; D: Jonas Armstrong, Sophie Ward, Paul Blair; Sunfilm)



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