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JCVD

Being Jean-Claude Van Damme

23.07.2009, 17:52, Text: Alexander Dahas

Jean-Claude Van Damme in einem unvergleichlichen Genre-Experiment: "The muscles from Brussels" spielt in Mabrouk El Mechris "JCVD" keinen Geringeren als sich selbst. In dieser Rolle findet er sich glänzend zurecht, auch wenn einiges schiefläuft. Von Alexander Dahas.

Action-Darsteller sind pflegeleicht und anspruchslos. Die Geranien unter den Celebritys. Sie können alles essen, was eiweißhaltig ist, und brauchen nach Feierabend nur jemanden, der sie zurück ins Fitnessstudio fährt, wo sie mit ihren Muskeln spielen können. Jean-Claude Van Damme, "the muscles from Brussels", steigt nach wie vor in den Straight-to-Video-Ring und verrichtet athletische Wertarbeit. Aus genau diesem Grund wurde Regisseur Mabrouk El Mechri schon vor Jahren zum Fan und schneiderte dem kompromisslosen Karatekünstler nun ein Karriere-Highlight der besonderen Art auf den Leib.


In "JCVD" spielt Jean-Claude Van Damme sich selbst und nimmt dabei lässig alle Klischees mit, die sich um seine Person gebildet haben. El Mechri lässt zu, dass die echte Biografie seines Protagonisten tief in die Geschichte reinsickert. Das Resultat ist ein unvergleichliches Genre-Experiment, das nicht nur augenzwinkernden Humor, sondern auch überraschende Doppelbödigkeit, offene Selbstkritik und eine intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Medium auf "Being John Malkovich"-Niveau beinhaltet.

Der Jean-Claude Van Damme aus dem Film ist ein Action-Star mit Pechsträhne, der um das Sorgerecht seiner Tochter kämpft, während sein Agent an drittklassigen Rollenangeboten verzweifelt. Ein Urlaub im heimischen Brüssel droht auch zum Fiasko zu werden, nachdem Van Damme in einen Banküberfall gerät und von der Polizei kurzerhand als Täter verdächtigt wird. Notgedrungen muss Van Damme die Rolle des Vermittlers spielen und sich als Täter ausgeben. Während die wahren Bankräuber gnadenlos mit den Geiseln umspringen, versammeln sich hinter der Polizeisperre euphorische Van-Damme-Fans, um ihren vermeintlichen Outlaw-Helden anzufeuern. "JCVD" ist ein Spiel mit der Authentizität, das weiter geht als ironische Ausflüge à la "Last Action Hero", auch weil die selbstreferenzielle Story im nachdenklichen Tonfall daherkommt, der auf echtes Herzblut schließen lässt. Möglich gemacht wird das vor allem durch den Filmstar selbst, der hier darstellerische Nuancen aufblitzen lässt, die er für den Großteil seiner Karriere für sich behalten musste. Das verblüffende Ergebnis ist eine Art filmisches Denkmal, bei dem sich Spaß und Tragik die Waage halten. Das Phänomen JCVD bekommt einen völlig neuen Glanz.



JCVD (B/L/F 2008; R: Mabrouk El Mechri; D: Jean-Claude Van Damme; Koch Media)



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