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Born In Flames

Ein Film von Lizzie Borden

05.05.2009, 14:15, Text: Martin Büsser


Amerika hat es geschafft: Nach einer sozialistisch-demokratischen Revolution gibt es keinen Kapitalismus mehr, sondern eine freie, solidarische Gesellschaft. Aber auch die ist nicht krisensicher.


Während in den Medien gerade der zehnte Jahrestag der Revolution gefeiert wird, kommt es auf dem Arbeitsmarkt zu Entlassungen, von denen vor allem Frauen betroffen sind. Im Gegenzug schlägt die Regierung vor, Hausarbeit wieder zu entlohnen. Im Klartext heißt das: Frauen zurück an den Herd, ein Umsturz klassischer Geschlechterrollen ist nicht vorgesehen.


Alle Macht geht vom Volk aus, doch auf der Straße hat sich nichts geändert. Frauen werden weiterhin angemacht und belästigt. Daraufhin formiert sich eine Armee, die anfangs mit Fahrrädern und Trillerpfeifen durch New York zieht, um Vergewaltigungen zu verhindern, später, als nichts anderes mehr hilft, zu den Waffen greift.



Lizzie Bordens Klassiker des feministischen Kinos ist spürbar von Ereignissen des Kalten Kriegs geprägt. Die Vorstellung eines "dritten Weges", nämlich ein Sozialismus ohne totalitäre Strukturen, entpuppt sich als ebenso autoritär wie alle anderen bestehenden Gesellschaftssysteme, da Rassismus, Patriarchat und Homophobie nie abgeschafft wurden. Der sogenannte Nebenwiderspruch rückt in den Mittelpunkt des Filmes: Was nützt es, die ökonomischen Verhältnisse zu verändern, solange noch immer der weiße, heterosexuelle Mann den Ton angibt? Lizzy Borden ist trotz geringem Budget ein fast dokumentarisch anmutender Film gelungen, der "gender" und "queer theory" in eine lockere Mischung aus Science-Fiction und Thriller verpackt. Spätestens am Ende des Films, wenn die Antenne auf dem World Trade Center gesprengt wird, um weitere männliche Propaganda in den Medien zu verhindern, entpuppt sich die feministische Sozialutopie als ein Knall, der von der Realität ins genaue Gegenteil verkehrt wurde.

Born In Flames (USA 1983; R: Lizzie Borden; Edition Salzgeber)



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