Dream Boy
USA 2008; R: James Bolton
25.02.2009, 12:09, Text:
Martin Büsser
Ein schwules Coming-out in den Südstaaten der USA, dazu noch in den 50er-Jahren - das kann nicht gut gehen.
Regisseur James Bolton ("The Graffiti Artist") hat die Romanvorlage von Jim Grimsley allerdings so behutsam verfilmt, dass sich das Unheil nur in kleinen Schritten ankündigt. Am Anfang wirkt das Kaff, in das der 15-jährige Nathan mit seinen Eltern zieht, beinahe wie ein Idyll. Bolton wählt schöne Kamerafahrten über Alleen und vorbeiziehende Wolken, die an Gus Van Sant erinnern. Doch auch in dessen "Elephant" war die Schönheit der Bilder trügerisch. Nathan verliebt sich in den 17-jährigen Nachbarsjungen Roy, der dessen erste körperliche Annäherungen sogar erwidert. Doch kurz darauf beginnt der Film zu kippen. Von nun an kündigt ein unheilvolles Ereignis das nächste an: Nathan flüchtet vor seinem Vater, der ihn schon seit Jahren sexuell missbraucht, und sucht Zuflucht in Roys Clique. Als die jedoch etwas von dem Verhältnis zwischen den beiden Jungen erfährt, kommt es zu einem brutalen Übergriff, der stark an "Boys Don't Cry" erinnert. Beeindruckend ist die gebrochene Hauptfigur Nathan, von Stephan Bender gespielt, der zuvor schon in "Superman Returns" als 15-jähriger Clark zu sehen war. Ein krasser Imagewandel.
Dream Boy (USA 2008; R: James Bolton; D: Stephan Bender, Maximilian Roeg; Pro Fun Media)
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