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Bübchen

D 1968

18.02.2009, 16:13, Text: Martin Büsser

Kleine Geschwister können manchmal ganz schön nerven. Doch deswegen bringt man sie nicht gleich um.

Anders im Fall von Achim, einem etwa neunjährigen Jungen, der in aller Seelenruhe und ohne erkennbare Motivation seiner kleinen Schwester eine Plastiktüte übers Gesicht stülpt.


Es ist Sonntag, die Eltern betrinken sich gerade in der Kneipe, und das Kindermädchen vergnügt sich mit dem Nachbarn. Als die Schwester endlich tot ist, spielt Achim erst noch einmal eine Runde Fußball und versteckt das Opfer dann auf dem Schrottplatz. Als Roland Klicks Debüt 1968 in die Kinos kam, erntete der Film heftige Kritik. Weniger wegen der Handlung selbst, sondern weil Klick keinen Lösungsansatz bietet, schon gar nicht den von der bösen Gesellschaft, die an allem schuld ist. Damals musste in jedem Film die Theorie von Marcuse drinstecken, sagt Klick lachend in einem Interview auf der DVD. Nichts gegen Marcuse, ergänzt er, aber doch bitte nicht im Kino! Schon "Bübchen" ist ganz anders als das gängige deutsche Autorenkino der 1960er-Jahre und verweist bereits auf Klicks spätere Filme wie "Supermarkt" und "Deadlock". Es ist ein "Kino von unten", ohne jeden elitären Ansatz und dennoch weit mehr als bloße Unterhaltung.




Bübchen (D 1968; R: Roland Klick; D: Sascha Urs, Sieghardt Rupp, Renate Roland; Filmgalerie 451)



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aus Intro #168 (Februar 2009)
 
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