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Silver Surfer: Neues auf Blu-ray

Wall E und Tropic Thunder

18.02.2009, 16:09, Text: Peter Scheiffele

Lange nach den katastrophalen Auswüchsen der Weltwirtschaftkrise und der gescheiterten Umstellung auf den grünen Kapitalismus nimmt Pixars "Wall E" seinen Lauf.

Auf dem Schrotthaufen genannt Erde verrichtet nur noch Wall E - ein niedlicher Aufräumroboter, der Letzte seiner Art - astronomische Sisyphus-Arbeit. Er presst Schrott zu Würfeln und stapelt diese im 9to5-Rhythmus wolkenkratzerhoch aufeinander. Die Menschheit ist unter der Schutzherrschaft des Riesenmonopols "Buy n Large" in der vollautomatisierten Arche "Axiom" an den Rand der Milchstraße geflüchtet. Fettleibige Dummies, genannt Menschen, schweben dort in Fernsehsessel eingespannt linientreu umher. Sie sind mit Dauerbrasseln, Milchshakes-Trinken und Pizza-Vernaschen beschäftigt - von Arbeit keine Spur. In fast hoffnungsloser Routine werden Such- und Analyse-Roboter zur Erde gesandt, um die ökologischen Bedingungen einer Rückkehr zu prüfen. Eva kommt gerade zur rechten Zeit, als Wall E ein Pflänzchen aus einem rostigen Kühlschrank zieht. Der einsame Feger verliebt sich prompt in den stylishen iRobot. Eva folgt jedoch ihrer Direktive und reist mit Wall E im Schlepptau zurück zur "Axiom", um von der neu zu kolonialisierenden Erde zu berichten. Das HAL-artige skeptizistische Mastermind stellt den beiden zwar einige Hürden, aber die Heimkehr gelingt. Und die Dummies beginnen sofort mit dem, was ihnen die Katastrophe erst bescherte - natürlich mit Arbeit. Das traurigste Happy End aller Zeiten ...



Tugg Speedman (Ben Stiller), dessen Schauspielkarriere den Zenit längst überschritten hat, sieht mit "Tropic Thunder" seine letzte Chance gekommen: Der Film erzählt die wahre Geschichte des Fake-Vietnam-Veterans und Autors Four Leaf Tayback (Nick Nolte). Um den Erfolg sicherzustellen, bekommt Speedman weitere Stars an die Seite: Kirk Lazarus (Robert Downey Jr.), einen weißen Australier, der dem Method-Acting verfallen ist und sich sogar die Haut schwarz pigmentieren lässt, um den schwärzesten aller Soldaten zu spielen. Dazu kommen der drogenabhängige Jeff Portnoy (Jack Black), der sich zum Star furzte, sowie der schwarze Alpa Chino (Brandton T. Jackson), der angesichts seines Who-is-the-real-black-man-Battles mit Lazarus und wegen seines chauvinistischen Images mit seinem Outcoming hadert. In einer "Platoon" nachgestellten Schlüsselszene mit Lazarus versagen Speedman die Tränen - der Film steht auf der Kippe. Regisseur Damien Cockburn (Steve Coogan) und der Fake-Veteran beschließen, die Startruppe in den real deep shit zu schicken, um einen real movie mit real emotions und embedded Dschungel-Kameras aufzunehmen. Nachdem der Regisseur sogleich von einer mehr als echten französischen Tretmine in die Luft gejagt worden ist, entwickelt sich "the true story behind the making of the most expensive fake true war story ever". Ein Film, der mit acht Oscars ausgezeichnet 400 Millionen Dollar einspielen wird - leider nicht for real!



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aus Intro #168 (Februar 2009)
 
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