Der Nebel
USA 2007
16.07.2008, 18:41, Text:
Alexander Dahas
Frank Darabont ist offenbar der Ansicht, Stephen-King-Bücher hätten mehr mitzuteilen, als uns das die Bahnhofsbuchhandlung weismachen möchte. Seine ersten beiden Verfilmungen veredelten dessen Werke jedenfalls zu Großkalibern, die sich im Oscar-Umfeld besonders wohlfühlten.
"Der Nebel" braucht nun das gesammelte Hollywoodkapital (das ähnlich subversive "The Majestic" blieb bereits ungewürdigt) für einen zweiten Versuch auf, der Fantasy-Gemeinde etwas Gesellschaftskritisches unterzujubeln. Die Zutaten dazu sind zunächst einmal aus dem Werkzeugkasten, dem schon Opa vertraute: Ein unheimlicher und von gefräßigen Kreaturen bewohnter Nebel legt sich über eine Kleinstadt und zerkaut diejenigen Bewohner, die sich trotzdem vor die Tür wagen. Ein Häufchen Überlebender flüchtet sich daraufhin ins obligatorische Einkaufszentrum und beginnt das Pow-Wow.
Kommt der Nebel aus der militärischen Forschungseinrichtung nebenan, oder verkörpert er als Vorbote der Apokalypse gar göttlichen Willen? Ein kleines Menschenopfer als Beweis guten Willens kann da wohl in keinem Fall schaden. Stephen King höchstpersönlich okayte das frisierte Ende dieses um einige Töne dunkler ausgefallenen Erwachsenenhorrors, der seine Bedeutungsebene nicht direkt vor der Verwandtschaft versteckt. Die Botschaft ist allerdings etwas diffiziler als "Die wahren Monster sind wir" oder "Nur Jungfrauen überleben". "Der Nebel" misst die Paranoia im politischen Klima der USA nämlich auf einer anderen Skala und hat nichts Gutes über sein Stammpublikum zu sagen.
Der Nebel (USA 2007; R: Frank Darabont; D: Marcia Gay Harden, Thomas Jane; Ufa)
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