Schimanski
Tribute
16.07.2008, 18:21, Text:
Sascha Seiler
In den 80ern galt Schimanski als möglicher Prototyp des Anti-Establishments. Weil der Kommissar aus dem Ruhrpott nicht als autonomer Ermittler in einer eigenständigen Serie präsentiert wurde, sondern als Teil der "Tatort"-Reihe, in deren Rahmen er ziemlich aus der Rolle fiel.
Doch gerade durch den Bruch mit Konventionen über doch recht konventionelle Mittel, die sich frei am Hard-Boiled-Vorbild aktueller US-Fernsehserien bediente, wo der Kommissar erst mal zuschlug und dann die Fragen stellte, viel soff, einen gehörigen Frauenverschleiß hatte, war Schimanski plötzlich in aller Munde. 1991 verabschiedete sich der Horst mit einem Gleitflieger Richtung Sonnenuntergang. Sechs Jahre später entschloss man sich zum Revival - außerhalb der "Tatort"-Reihe.
Die Action wurde gehörig hochgefahren, nicht zuletzt, weil die Rolle des Sidekick nach dem Tod von Eberhard Feik zum Glück nicht mehr konsequent besetzt wurde und Schimmi nun keinen Beamtentypen mehr neben sich hatte, der verhinderte, dem Verbrecher ein paar mehr auf die Fresse zu geben, als tatsächlich notwendig war. Die Produktionskosten stiegen. In 17 Jahren drehte man etwas mehr als ein Dutzend Folgen. Wobei die neueste, "Schicht im Schacht", erst Ende Juli TV-Premiere hat und auch der Aufhänger für "Schimanski - Die Box - Alle 14 Folgen" ist. Ein Stück deutsche Fernsehgeschichte: nicht mehr, nicht weniger.
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