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Akte X

USA 1993-2002

19.06.2008, 15:19, Text: Sascha Seiler
[1 Kommentar]

Verschwörungstheorien sind Massensport. Unter diesem Gesichtspunkt müssen die alten Folgen der 'Akte X' neu betrachtet werden, meint Sascha Seiler. Rechtzeitig zum Start des zweiten Kinofilms mit Scully und Mulder kommen die passenden Produkte.

Sechs Jahre nach dem Ende der wohl einflussreichsten Mystery-Serie aller Zeiten kehren die Agenten Mulder und Scully zurück. Und zwar, ganz unbescheiden, auf die große Leinwand. Interessanterweise waren Verschwörungstheorien zur Hochphase von "Akte X" wenig mehr als ein Nerd-Hobby. Heute stellen sie einen integralen Teil der amerikanischen Gegenwart dar.


Glaubte man in den 90er-Jahren nicht umfassend an eine Regierung, die den Bürgern "die Wahrheit" verheimlicht, so ist die Suche nach dieser Wahrheit im Jahre 2008 zu einem großen Politikum geworden. Man könnte also fast geneigt sein zu behaupten, dass die Aktualität von "Akte X" höher ist denn je. Die durch 9/11 bedingte Paradigmenverschiebung ist spannend und eine große narrative Herausforderung. Gerade deshalb sollte man sich noch einmal um die Original-TV-Serie bemühen.

Zu diesem Zweck werden alle neun Staffeln komplett veröffentlicht, in neuer, zeitgemäßer Verpackung, die sich als Ganzes recht schön im Schrank macht. Man kann somit nicht nur die Entwicklung der Storyline - und der erhöhten Produktionskosten (man vergleiche etwa die für wenig Geld gedrehten Folgen von Season One mit den teuren, opulenten Folgen der fünften Staffel) - begutachten, sondern auch die der Charaktere, was bei "Akte X" immer den besonderen Reiz ausgemacht hat.

Wem das zu viel Verschwörung auf einmal ist, für den kommen zum Filmstart die "Akte X Essentials" auf den Markt: acht Episoden, die sich über die ersten sechs Staffeln verteilen, angefangen beim Pilotfilm. Das Besondere: Die Verschwörungstheorie-Folgen, die den umfassenden Story-Arc bilden, werden mal außen vor gelassen. Sodass man sich vielmehr den besten "Monster Of The Week"-Storys widmen darf.

Und das ist tatsächlich kein leeres Versprechen. Sowohl "Der Hellseher" als auch "Memento Mori" oder "Der Parasit" gehören zu den innovativsten und spannendsten Folgen der Reihe. Absolutes Highlight ist aber die seinerzeit im deutschen Fernsehen nicht gesendete Episode "Böses Blut", in der es, relativ schonungslos inszeniert, um eine mordende Inzest-Familie geht. Einer der umstrittensten TV-Momente der 90er - und gerade deswegen essenziell.



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  • User: janebodega
  • janebodega 30.07.2008 | 16:49:35

    BAD BLOOD war eindeutig eine der besten folgen (Duchovny witzelt immer, dass es die einzige Folge ist, an die sich Gillian Anderson überhaupt erinnern kann), nur leider hat diese wenig mit der Inzest-Familie zu tun. Die Episode, die Sie beschreiben heißt im Original HOME und wurde in der 4. Staffel platziert. Sorry, schau mir grad nochmal alle Folgen an und muss mal kurz klugscheissen. Ist sonst ein echt netter Beitrag zum Thema! :)

    Editiert von janebodega am 30.07.2008 16:54:34

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