King Of The Hill - El Rey De La Montana - D: Leonardo Sbaraglia, María Valverde, Francisco Olmo Artikelbild (groß)

King Of The Hill - El Rey De La Montana

D: Leonardo Sbaraglia, María Valverde, Francisco Olmo

[Kinowelt Home Entertainment]

21.04.2008, 15:48, Text: Cay Clasen

Was zunächst wie eine Adaption von Klassikern wie "Duell" und "The Most Dangerous Game" erscheint, entwickelt dank der inspirierten Regie von Gonzalo Lopez-Gallego ganz eigene Qualitäten. Sein "King Of The Hill" wurde in Toronto bereits gefeiert.




Die Wildnis ist nichts für zarte Stadtmenschen. Filmisch wurden dieser Behauptung schon viele Denkmäler gesetzt. Sei es in Form von Komödien, romantisierenden Zivilisationsflucht-Epen oder auch in Schreckensszenarien, bei denen sich die Protagonisten der Gewalt der Natur ausgesetzt sahen. Der spanische Regisseur Gonzalo Lopez-Gallego revitalisiert diese Prämisse in seinem auf dem Filmfestival von Toronto gefeierten "King Of The Hill". Ein unbescholtener Jedermann findet sich nicht nur in einer ihm unbekannten Gegend wieder, sondern wird zum Gejagten. Dies ist als Idee nicht neu, sondern zitiert sowohl Spielbergs "Duell" als auch den Menschenjagdklassiker "The Most Dangerous Game". Doch erweitert Lopez-Gallego bekannte Genreversatzstücke um ein paar sozialkritische bzw. soziologische Aspekte, die keinesfalls verraten werden können.

Quim (Leonardo Sbaraglia) ist unterwegs im einsamen zentralspanischen Hinterland. An einer Tankstelle beobachtet er zunächst Bea (María Valverde) bei einem kleinen Ladendiebstahl. Nach einem sexuellen Intermezzo auf der Damentoilette muss er feststellen, dass sie nicht nur lange Beine, sondern auch lange Finger hat: Bea ist mit seinem Portemonnaie verschwunden, allerdings nicht, ohne seine Tankfüllung noch bezahlt zu haben. Er beschließt weiterzufahren, sieht sie in der Ferne abbiegen und verfährt sich bei seiner Verfolgung in der einsamen bergigen Waldlandschaft. Kurz darauf wird sein Wagen von einer Bergkuppe aus beschossen, eine Kugel trifft ihn ins Bein. In Panik rast er tiefer in den Wald, überfährt in einer dramatischen Aktion den vermeintlichen Schützen und trifft auch Bea wieder, die ebenfalls beschossen wurde.

Als erneut Schüsse neben den beiden einschlagen, fliehen sie gemeinsam in den Wald. Gegenseitiges Misstrauen, Angst und der/die Jäger bleiben fortan stetige Begleiter in ihrem Überlebenskampf ... Nach einer Stunde Spieldauer wird enthüllt, wer dort als Sniper auf Menschenjagd ist, und nach einem der zynischsten Plot-Twists der jüngeren Filmgeschichte - der Film wird danach teils in Egoshootern entlehnten Perspektiven gefilmt - gibt es auch eine Erklärung für den Filmtitel. Dass nun die Weinsteins den US-Vertrieb dieses europäischen Thrillers übernommen haben, lässt vermuten, dass dem Regisseur fortan wohl viele Türen im amerikanischen (Independent-) Kino offen stehen.





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aus Intro #160 (Mai 2008)
 
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