Schlachthof 5
USA 1972
[R: George Roy Hill; D: Michael Sacks, Ron Leibman, Eugene Roche; Koch Media]
25.03.2008, 16:03, Text:
Sascha Seiler
Im Grunde ist ein Buch wie Kurt Vonneguts "Schlachthof 5" unverfilmbar. Ein offenes Werk, das dem Leser viel Raum für Interpretation lässt. Erstaunlich also, dass George Roy Hill bereits kurze Zeit nach dem Escheinen des Romans eine Kinofassung anging; übrigens eine der ganz wenigen Vonnegut-Verfilmungen überhaupt, was schon viel über die Schwierigkeiten aussagt.
Was blieb dem Regisseur übrig, als das Buch auf eine gewisse Weise - seine Weise - zu lesen und dementsprechend den Film anzulegen? So ist Hills "Schlachthof 5" nicht die Verfilmung des Romans, sondern die Perspektive Hills auf diesen Roman. Das ist deswegen interessant, weil es fanatische Vonnegut-Fans gibt, die sich, ebenso wie die Forschung, in mindestens drei Lager aufteilen, wie denn der Roman zu lesen sei.
Natürlich entschied sich Hill für die visuell interessanteste und vernünftigste Sichtweise, was den Film seit jeher polarisieren ließ: Die eine Seite ist begeistert über ein wirklich solides und spannendes Werk; die andere hasst ihn, weil er der komplexen Narration des Buchs nicht unbedingt gerecht wird. Vielleicht der Grund, warum uns eine DVD-Auswertung so lange vorenthalten wurde. Nun endlich kann sich jeder selbst ein Urteil bilden.
Schlachthof 5 (USA 1972; R: George Roy Hill; D: Michael Sacks, Ron Leibman, Eugene Roche; Koch Media)
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