Wet Desire
J 1972
[R: Tatsumi Kumashiro; D: Sayuri Ichijô, Hiroko Isayama; Rapid Eye Movie]
25.03.2008, 15:57, Text:
Birgit Binder
Die reizende Entkleidungskünstlerin Sayuri Ichijô, Pionierin ihres Fachs, spielt sich in dieser Perle des als "King of Roman[tic] Porn" in die Kinogeschichte eingegangenen Regisseurs Tatsumi Kumashiro selbst. Von Kumashiro ist der Satz überliefert: "Meine Filme handeln von Menschen, nicht Biologie."
So prägte er die zweite Welle des japanischen Softcore-Genres entscheidend mit, indem er sich das Maximum an künstlerischer Freiheit nahm, das dieses vom Studio Nikkatsu, dem ältesten Studio Japans, entwickelte Subgenre des romanu poruno zu bieten hatte: Satire und (Geschlechter-) Politik werden geschickt mit den Rahmenvorgaben von 70 bis 80 Minuten Filmlänge, einem höchstens 10-tägigen Dreh und einer Sexszene alle zehn Minuten verwoben.
Kumashiro überzeugte mit seiner Kunst nicht nur das damalige Publikum, sondern auch immer wieder die Filmkritik, die ihm für die Geschichte der Sayuri Ichijô den renommierten "Kinema-Junpô" verlieh. Der Regisseur moralisiert nicht, er zeigt die staatliche Verfolgung unter dem Namen der "Erregung öffentlichen Ärgernisses" als das, was sie ist: eine Repressalie gegenüber den Frauen und nicht gegenüber ihren finanziellen Nutznießern.
Wet Desire (J 1972; R: Tatsumi Kumashiro; D: Sayuri Ichijô, Hiroko Isayama; Rapid Eye Movie)
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