Typisch deutsch

Der Film 'Yes I Am'

[Deutsche Identitäten. Ein kurzes Gespräch mit Regisseur Sven Halfar.]

23.11.2007, 16:35, Text: Birgit Binder
[17 Kommentare]

Regisseur Sven Halfar hat es sich mit seinem Debüt nicht einfach gemacht. Die Dokumentation 'Yes I Am' handelt vom Identitätstrouble in Germany. HipHop kann eine Lösung sein. Wissen die Protagonisten des Films zu berichten. Ein kurzes Gespräch mit dem Regisseur.

Warum hast du 'Yes I Am' gemacht?
Um über eine andere Form von deutscher Identität zu sprechen, über Deutsche in Deutschland, die nicht als solche gesehen werden.

Wie kam es zum Dreh?
Im Januar 2002 traf ich Adé Odukoya, den Gründer von Brothers Keepers, nachdem ich den Spiegel-Artikel \\"Wir sind stolz, Deutsche zu sein\\" über ihn und Xavier Naidoo gelesen hatte. Ausschlaggebend war die Ermordung Alberto Adrianos sowie das Thema Afrodeutsche und Identitätsfindung in Deutschland. Natürlich habe ich auch die Suche nach dem eigenen Vater verarbeitet, da ich in den 70ern selbst ohne aufgewachsen bin. Damals war das noch eine ganz andere Nummer. Heute ist das fast schon umgekehrt: \\"Was, du hast noch beide Eltern?\\"


Woher stammt der Titel?
Wir wollten einen selbstbewussten Titel, und 'Yes I Am' heißt einer der Songs im Film. \\"Typisch deutsch\\" fand ich besser, provokanter. Man hätte anders über den Film diskutiert.

Wie lief die Zusammenarbeit mit den ProtagonistInnen?
Es war kein Debüt, bei dem alle sagten: \\"Wow, mit dir wollen wir unbedingt den Film machen!\\" Ich habe an die Gemeinsamkeit appelliert, dass wir alle Deutsche sind.

Was war dein Ziel?

Eben nicht anklagend und emotional mit pädagogischem Zeigefinger zu arbeiten, sondern die Lebenssituationen ohne Klischeebegrifflichkeiten verständlich zu machen. Das funktioniert, indem ich die Thematik der Ausgrenzung im familiären Konflikt, der zugleich der gesellschaftliche ist, personalisiere. Wichtigstes Ziel war, dass man nach dem Film Menschen, die nicht in das normdeutsche Bild passen, was auch immer das sein mag, anders begegnet - und andere Gesprächs- und Anknüpfungspunkte als \\"Woher kommst du?\\" findet. 'Yes I Am' wird in Schulen gezeigt, er stößt Diskussionen und bei Lehrern neue Themenkomplexe an. Jugendliche hören auf die Musiktexte und haben damit einen dramaturgischen Bezugspunkt zur Filmgeschichte. Die Musik transportiert Inhalte, und das kommt bei Jugendlichen viel besser an als Interviews. In dieser Form sind sie für das Thema erreichbar, das sie in einer anderen Machart vielleicht nicht an sich heranließen.



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aus Intro #156 (Dezember 2007 / Januar 2008)

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  • User: Der Jeff_Dieter
  • Der Jeff_Dieter 31.12.2007 | 17:42:29
    proper tea is theft
    Es war kein Debüt, bei dem alle sagten: "Wow, mit dir wollen wir unbedingt den Film machen!" Ich habe an die Gemeinsamkeit appelliert, dass wir alle Deutsche sind.

    Ich glaube mein Hirn hat sich gerade uebergeben.

  • buenaventura 31.12.2007 | 17:44:19
    hashomer
    das kann ja nicht viel gegeben haben.

  • User: schons
  • schons 31.12.2007 | 17:45:31

    brust. nicht schlecht der buena. meine mutter täte jetzt sagen: "ich mag den buena, der hat so einen trockenen humor. und der ist schlagfertig..."

  • User: Der Jeff_Dieter
  • Der Jeff_Dieter 31.12.2007 | 17:46:39
    proper tea is theft
    hoe hoe (im Film muesste jetzt so ein Heugebinde vorbei rollen).

    Wie dem auch sei, was ist denn das bitte fuer ein Vollhorst? Und wer fuehrt mit so jemanden ein so unkritisches Interview? Wurde Intro gar kuerzlich von Deutschlandradio geschluckt?

  • buenaventura 31.12.2007 | 17:46:40
    hashomer
    das macht die berliner luft luft luft.

  • User: schons
  • schons 31.12.2007 | 17:47:38

    kritische interviews? this is so 1999

  • buenaventura 31.12.2007 | 17:49:01
    hashomer
    ausserdem geht's um "identitaetstrouble". "in germany".

  • User: Der Jeff_Dieter
  • Der Jeff_Dieter 31.12.2007 | 17:54:38
    proper tea is theft
    Geschenkt. Aber zumindest so Fragen wie "Warum interessierst du dich eigentlich so fuer 'deutsche Identitaet', von oder mit wem auch immer?" oder "Wieso ist denn Deutschsein oder Nationalitaet allgemein Deiner Meinung nach Selbstzweck, der irgendwie Solidaritaet erzeugen muesste?" kann man auch Ende 2007 noch relativ sicher und einfach stellen.

  • User: schons
  • schons 31.12.2007 | 17:58:50

    auch wahr.

  • buenaventura 31.12.2007 | 18:03:25
    hashomer
    also, das fuehrt jetzt zu weit.

  • buenaventura 31.12.2007 | 19:19:05
    hashomer
    belaste dich nicht unnoetig, ulle. nicht so spaet im jahr.

  • buenaventura 31.12.2007 | 19:51:43
    hashomer
    oh, die liste von chef_dieter wird bestimmt sehr funky!

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