Blade Runner Ultimate Collectors Edition

USA 1982-2007

[R: Ridley Scott; D: Harrison Ford, Rutger Hauer, Daryl Hannah; Warner Home Video]

23.11.2007, 16:14, Text: Mick Schulz

Mensch oder Replikant? Rutger Hauer im Voight-Kampff-Test:

Was empfinden Sie im Rückblick auf \\\"Blade Runner\\\"?
Stolz. Ich bin sehr glücklich darüber, dass dieser Film es geschafft hat, obwohl er nie wirklich im Sinne eines Blockbusters erfolgreich war. Aber es gibt diese Underground-Strömung. Leute, die auch zu schätzen wissen, was ich aus meiner Rolle gemacht habe.

War es etwas Besonderes, ein künstliches Wesen zu spielen?
Der Witz an der Rolle ist, eine normale Person zu verkörpern. Dass die Figur Roy Batty künstlich ist, ein Replikant, machte für mich den Unterschied, dass ich alles hineinlegen konnte, was mir in den Sinn kam. Es gibt Reize in seinem künstlichen Hirn, die den Effekt haben, dass Batty dieses oder jenes Spiel spielt. Aber das sind Programme. Dass wir da Sachen eingebracht haben wie einen Sinn für Seele, für Humor, für Poesie, gibt ihm diesen Anschein von Menschlichkeit. Ich glaube, es gibt ungefähr 25 Elemente in Roy, die nicht da hingehören. Und die machen ihn eigentlich zu menschlich, zu einer Art Übermensch.


Was hat Ridley Scott dazu gesagt?
Ridley fand das wunderbar. Er sagte, ich solle einfach machen. Da gibt es diese Szene, in der ich sage: \\\"I want more life, fucker.\\\" Das habe ich einmal in der Probe eingebracht, und das ist durch die ersten zwei Schnittfassungen hindurch übernommen worden. Erst jetzt in der dritten Fassung heißt es wieder: \\\"I want more life, father.\\\" Schon erstaunlich, wie viel kleine Details ausmachen. Aber das ist die Kunst, Filme zu machen. Denn plötzlich ist \\\"Blade Runner\\\" auf einer ganz anderen Schiene und erhält diese Note von griechischer Tragödie. Mit dem \\\"fucker\\\" war das was ganz anderes. Ich hab darüber nie mit Ridley gesprochen, bis wir den Final Cut in Venedig präsentiert haben. Aber dort erzählte er mir, dass er es zugelassen habe, dass Testvorführungen, PR-Heinis und sonstige Studiotypen sein Projekt fast verpfuscht hätten. Er sagte, er hätte damals sturer sein sollen. Was lustig ist, weil die sich immer beschweren, dass er so stur war. Zum Glück war er wenigstens so stur, wie er war. Wer weiß, was sonst aus dem Film geworden wäre. Und zum Glück haben sie ihn rangelassen, damit er die endgültige Fassung fertigstellen konnte.

Intro verlost 3x die Collectors Edition samt Originalversion, Director's & Final Cut u. v. m. auf fünf CDs im Steelbook. Wie immer eine E-Mail an verlosung@intro.de schicken und die Daumen drücken.



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