The Office - Die komplette zweite Staffel

GB 2005

[R: Stephen Merchant; D: Ricky Gervais, Martin Freeman, Mackenzie Crook; Polyband]

22.10.2007, 17:54, Text: Peter Scheiffele
[4 Kommentare]

Hierzulande bekannt ist \\\\"Stromberg\\\\", die auf ProSieben ausgestrahlte Mockumentary über den Mobbingalltag in einem Kölner Versicherungsunternehmen. Erst als BBC der Produktionsfirma Brainpool mit einer Urheberrechtsklage drohte, wurde anerkannt, was unter Seriennerds schon längst bekannt war: \\\\"Stromberg\\\\" ist in Grundidee und Charakteren der englischen Erfolgsserie \\\\"The Office\\\\" nachempfunden.


Dass das Original tatsächlich auch origineller ist als seine angestrengte Dublette, ist angesichts der deutschen Comedyhölle keine Überraschung. BBC wäre aber kein multiinternationaler Konzern, würde er nicht selbst dafür Sorge tragen, sein Produkt in andere Märkte hinein zu übersetzen. So wurde die Serie fürs amerikanische Publikum nachproduziert.
Dabei hatte es die von Ricky Gervais und Stephen Merchant konzipierte Serie in England zu Beginn nicht leicht. Erst die zweite - nun auch auf DVD erhältliche - Staffel sollte zu unverhofftem Erfolg führen. Weshalb jedoch \\\\"The Office\\\\" das Publikum so anzieht, ist fraglich. Da sitzen die Leute den ganzen Tag über im Büro, um sich am Feierabend eine weitere Dosis Büro zu verabreichen.

Aber: Keiner der Protagonisten - weder David Brent (Ricky Gervais), der oberpeinliche, profilneurotische Abteilungsleiter, noch einer seiner Untergebenen - wird bei seiner eigentlichen Arbeit gezeigt. Stets geht der Szenerie eine Arbeitsunterbrechung oder -niederlegung voraus, wird dem Zuschauer Einblick in den Pausengossip oder Smalltalk gewährt, werden Mobbingstrukturen offen gelegt oder auf die Logik des innerbetrieblichen Heiratsmarktes verwiesen. Es sind dies die Zonen der Unproduktivität, die in Gestalt des irren Abteilungsleiters David Brent besonders deutlich werden: Keine Sekunde verschwendet der wahnsinnige Boss an produktive Arbeit. Folgerichtig wird er gegen Ende der Serie durch einen vernünftigen, vermeintlich produktiven Chef ersetzt und in seine Musikerkarriere getrieben. Die Erkenntnis, dass der Wahnsinn jedoch vorrangig im Führerprinzip steckt und nicht in der Person allein, geht der Serie somit leider verloren.






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  • User: afromme
  • afromme 10.11.2007 | 14:15:25

    Was ist das denn für eine Kritik? Jetzt habe ich erfahren, dass der Autor findet, dass in einer humorigen Serie nicht genug verdeutlicht wird, dass das Problem im Führerprinzip und nicht in der Führerpersönlichkeit liegt.
    Super.
    Insofern ist's auch nur konsequent, dass der Autor nicht davor zurückschreckt, sich mit Plattitüden wie "der wahnsinnige Boss" aufzuhalten.

    Vielleicht nächstes Mal einfach 'ne Guido Knopp-Doku gucken?

  • User: Wolpers
  • Wolpers 10.11.2007 | 18:27:04
    --N--- --N----N---
    glaub ich hab's so ähnlich schon mal geschrieben - entweder man versteht die serie oder man hat halt pech.

    davon mal abgesehen, die zweite staffel ist nicht von 2005, sondern wurde 2002 ausgestrahlt

  • User: theface
  • theface 13.11.2007 | 19:16:53

    ...und ist wahnsinnig gut! kritiker hat die serie nicht verstanden. passiert, ist trotzdem schade.

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