Blind Beast

J 1969

[R: Yasuzô Masumura; D: Noriko Sengoku, Eiji Funakoshi; Rapid Eye Movies]

13.09.2007, 13:19, Text: Birgit Binder

Die literarische Vorlage zum filmischen Raubtier \\"Blind Beast\\" aus dem Jahr 1969 stammt vom E.A.-Poe-Verehrer Edogawa Ranpô. Das Werk des New-Japan-Wave-Vorläufers Yasuzô Masumura gehört zu den Filmen, die übers Kino mehr sagen, als uns zu sehen genehm ist. Ein Film über das Sehen. Ein Film in Schwarz-Weiß. Ein Film, der das schattige Farbenreich dreier verschiedener Welten von Sehenden auf die Netzhaut brennt: Michio (Eiji Funakoshi), ein blinder Künstler, der seine Obsession mit Masseurhänden tarnt, Mutter (Noriko Sengoku) und Aki (Mako Midori), heute wohl Modell einer gefälligen Araki-Fotoschau. Michio entführt Aki, sediert sie, macht sie blind.


Im Licht findet sie sich zwischen zwei riesenhaften modellierten Akten ihres Körpers wieder, beobachtet von einem Blinden. \\"Blind Beast\\" ist der Film, den Sie vor jeder Marsmission noch ins Flightcase schubsen werden. Die Blickschärfe auf ödipale Machtdynamiken macht ihn zu einem Ereignis der Filmgeschichte.



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