
Unterwegs
D 2006
[R: Jan Krüger; D: Anabelle Lachatte, Florian Panzner, Martin Kiefer; Filmgalerie 451]
13.09.2007, 11:18, Text:
Martin Büsser
Eine Frau, ihre Tochter und ihr Freund machen Urlaub an der Ostsee. Ein fremder junger Mann umschleicht ihr Auto, einen Tag später kommen sich die Personen beim Ballspielen im Wasser näher. Schon kurz darauf fragt der Fremde namens Marco, ob sie nicht Lust hätten, mit ihm nach Polen zu kommen. Dreiecksbeziehung, Roadmovie und bedrohliches Szenario, das vom Eindringen in gefestigte Verhältnisse erzählt - \\"Unterwegs\\" ist von allem ein bisschen, bleibt aber bewusst an der Oberfläche und begnügt sich mit Andeutungen. Zwar geht von Marco eine schwer fassbare Bedrohung aus. Und anfangs fühlt man sich an Hanekes \\"Funny Games\\" erinnert, wo zwei eiskalte Schnösel reiche Familien aufsuchen, um sie regelrecht abzuschlachten.
Doch die Gewalt in \\"Unterwegs\\" ist latent, schlägt immer wieder in Sympathie und erotische Spannung um. Marcos Motivation wird schnell von anderen Fragen überschattet. Was will das Paar von ihm? Handelt es sich um eine intakte Beziehung? Jan Krügers Film reiht sich ein in eine neue Schlichtheit und formale Präzision innerhalb des deutschen Kinos, vergleichbar mit \\"Milchwald\\" und \\"Bungalow\\". Diese Filme kann Jens Friebe nicht gemeint haben, als er sein - ansonsten treffendes - Verdikt über das neue deutsche Kino aussprach. Zu kritisieren ist nur, dass der Regisseur der formalen Stimmigkeit mehr vertraut als den Dialogen und bisweilen großartige Bilder liefert, die ins Leere laufen.
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